Kia Vision Meta Turismo: Wenn das Auto zum Gaming-Simulator für die Generation Z wird
Mit dem Konzeptfahrzeug Vision Meta Turismo richtet sich Kia gezielt an die Digital Natives. „Viele dieser jüngeren Generationen sind erstmals online oder im Gaming mit Autos in Berührung gekommen“, sagt Jochen Paesen, der bei Kia fürs Innendesign zuständig ist. Entsprechend verschiebe sich der Fokus. Das Auto entwickele sich vom Mittel zum Zweck – Fahren von A nach B – zum Erlebnisraum, zu einem „Ort für Interaktion“, wie Paesen es nennt.
Ein aufregender Hingucker
Doch auf den ersten Blick ist der sportlich flache Wagen vor allem eines: ein aufregender Hingucker. „Die Silhouette ist sehr schlank und leicht“, beschreibt Oliver Samson das Konzept, das unter seiner Leitung im deutschen Designzentrum von Kia entstand. „Gleichzeitig wollten wir so viel Raum wie möglich schaffen.“ Dabei hilft der lange Radstand, die weit nach vorne gezogene Kabine sowie das gläserne Dach. Das alles soll für ein großzügiges Raumgefühl sorgen, trotz niedriger Dachlinie.
Der Innenraum soll sich völlig von der klassischen Rollenverteilung lösen
Dieses Spannungsfeld zwischen Dynamik und Raum zieht sich durch das gesamte Fahrzeug. „Von außen wirkt der Kia wie ein Gran Turismo alter Schule, innen öffnet sich ein völlig anderer Kosmos“, sagt Samson. Der Innenraum, so die Idee, soll sich völlig von der klassischen Rollenverteilung lösen. Fahrerorientiertes Cockpit auf der einen Seite, Lounge-Atmosphäre auf der anderen.
Philosophie von Opposites United
Die Kontraste stehen für die seit fünf Jahren im Designteam praktizierte Philosophie von Opposites United. Dahinter steht die Idee, Gegensätze zu schaffen, die sich ergänzen. Weiche, große Flächen beispielsweise, die auf scharfe Kanten treffen. Oder helle und dunkle Konturen.
Zielpublikum Gamer-Generation
Paesen, der mit seinem Team in Korea parallel den Innenraum entwarf, stellte sich die Frage, wie sich die Gamer-Generation überhaupt für ein Auto begeistern lässt. „Junge Menschen wechseln heute ständig und nahtlos zwischen digitalen und analogen Inhalten, ohne darüber nachzudenken“, beschreibt er das Nutzungsverhalten der Generation Z. Genau dieses Prinzip wollte sein Team ins Fahrzeug übertragen.
Zwischen zwei Welten
Das Ergebnis ist ein Innenraum, der ganz im Sinne von Opposites United zwischen zwei Welten pendelt. Ein großflächiges Head-up-Display zieht sich von Säule zu Säule und spielt digitale Inhalte direkt in das Sichtfeld. Im fahrenden Auto sind es Animationen, die den Fahrer unterstützen oder spielerisch sein Fahrverhalten belohnen. Das Lenkrad wird zur Schnittstelle, inspiriert von einem Controller. Drei Modi sollen das Erlebnis strukturieren: „Speedster“, „Dreamer“ und „Gamer“. Im Speedster-Modus wird selbst das Fahren zum Spiel, mit visuellen und akustischen Rückmeldungen. Im Gamer-Modus verwandelt sich das stehende Fahrzeug in eine Art Simulator, in dem Insassen gemeinsam spielen können. Und im Dreamer-Modus verschmelzen reale und virtuelle Welt, etwa über AR-Inhalte oder Projektionen.
Per „GT-Boost“ lässt sich die volle Leistung abrufen
Selbst klassische Fahrfunktionen werden neu interpretiert. Ein Joystick simuliert Gangwechsel, inklusive Sound und Vibration. Ein Drehregler passt virtuelle Motorcharakteristik und Fahrgefühl an. Und per „GT-Boost“ lässt sich die volle Leistung abrufen, ganz wie bei Gran Turismo. Technik, so die Erklärung der Designer, wird hier nicht nur funktional gedacht, sondern emotional inszeniert.
Fazit: Die Studie sieht spektakulär aus
Der Vision Meta Konzept beantwortet weniger die Frage, wie ein Auto aussehen soll. Stattdessen hinterfragt er, wie sich Autos anfühlen und genutzt werden. Ob das auch die Fragen sind, die sich Käufer in Zukunft stellen? Man wird sehen. Fakt ist: Die Studie sieht spektakulär aus. Ob daraus ein richtiges Auto wird? Wer weiß. Aber bisher haben es alle unter Chefdesigner Karim Habib entstandenen Konzeptfahrzeuge in die Serie geschafft.
Häufig gestellte Fragen zum Kia Vision Meta Turismo
Der Vision Meta Turismo ist ein Konzeptfahrzeug, das Gaming und Autofahren verbindet. Es nutzt Gamification-Elemente, um das Auto in einen digitalen Erlebnisraum für Digital Natives zu verwandeln[cite: 910, 918].
Das Fahrzeug verfügt über drei Hauptmodi: „Speedster“ für emotionales Fahren, „Gamer“ zur Nutzung des Autos als Simulator im Stand und „Dreamer“ für die Verschmelzung von Realität und virtueller Welt mittels AR[cite: 937, 938, 939, 940].
Offiziell ist das Fahrzeug eine Designstudie. Da jedoch bisher alle Konzepte unter Chefdesigner Karim Habib den Weg in die Serie gefunden haben, stehen die Chancen für eine Umsetzung von Teilaspekten sehr gut[cite: 947, 948].