Ferrari Luce: Trotz Kritik-Sturm – Jahreskontingent 2026 nach zwei Monaten ausverkauft
Trotz anfänglich massiver Kritik an der unkonventionellen Formsprache der ehemaligen Apple-Designer Jony Ive und Marc Newson hat Ferrari das Verkaufsziel für sein erstes vollelektrisches Modell Ferrari Luce für das Jahr 2026 bereits nach rund zwei Monaten erreicht. Das angepeilte Jahreskontingent von knapp 500 Exemplaren des rund 550’000 Euro teuren und 772 kW (1’050 PS) starken Fünfsitzers ist vor allem dank einer enormen Nachfrage aus China und den USA komplett vergriffen. Die ersten Kundenauslieferungen des Allrad-Stromers mit 800-Volt-Technik und 530 Kilometern WLTP-Reichweite starten im vierten Quartal 2026.
Totgesagte leben länger: Warum der Ferrari Luce der Konkurrenz davonfährt
cpx. Als Maranello am 25. Mai 2026 in Rom das Tuch vom Ferrari Luce zog, blieb der Aufschrei nicht aus. Tradierte Marken-Puristen schäumten, Ex-Ferrari-Chef Luca di Montezemolo forderte lautstark, dem Auto das Gelbe Pferdchen zu entziehen, und an der Börse verlor die Ferrari-Aktie am ersten Handelstag spontan über acht Prozent.
Ex-Apple-Designer Jony Ive und Marc Newson
Ein Fünfsitzer? Ein hochgewachsenes Fliesseck statt eines flachen V12-Mittelmotor-Flitzers? Entworfen von den Ex-Apple-Designern Jony Ive und Marc Newson? Das schien vielen Fans schlichtweg zu viel Neuanfang auf einmal.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache
Doch während die sozialen Medien noch über die unkonventionelle Aerodynamik-Silhouette spotteten, glühten in den Verkaufszentren die Leitungsdrähte. Wie Insider gegenüber der Financial Times und Reuters bestätigten, hat Ferrari sein gesamtes Verkaufsziel für das Jahr 2026 (knapp 500 Fahrzeuge) nach etwas mehr als zwei Monaten erreicht.
Den Nerv getroffen in den Zukunftszentren
Besonders in China sowie im Silicon Valley kommt der 550’000 Euro teure Stromer hervorragend an. Das zeigt: Ferrari hat nicht für die Vergangenheit gebaut, sondern exakt die Zielgruppe der neuen Generation vermögender Käufer getroffen.
Kommentar: Mut zur Lücke statt müder Retro-Karten
Man muss den Luce optisch nicht auf Anhieb lieben. Aber man muss Ferrari den Respekt zollen, echtes Risiko einzugehen. Statt auf Nummer sicher zu gehen und einfach ein bekanntes V8-Design elektrisch zu klonen, erfand Maranello eine völlig neue Fahrzeugkategorie.
Einen ähnlichen, radikalen Befreiungsschlag wagte zuletzt Jaguar. Wer eine Traditionsmarke in eine rein elektrische Zukunft führen will, darf nicht nur auf das hören, was gestern funktioniert hat. Der Mut zu einer eigenen, neuen Identität tut der Branche gut – und die vollen Auftragsbücher geben Maranello recht.
Hightech unter dem Bogen-Dach
Technisch bietet der Luce ohnehin Argumente, die kaum Raum für Zweifel lassen:
Antrieb: 4 Radialfluss-Elektromotoren (Bauart aus dem F80) mit Allradantrieb.
Systemleistung: 725 kW (987 PS) Dauerleistung, im Boost-Modus kurzfristig 772 kW (1’050 PS) und 990 Nm Drehmoment.
Performance: 0–100 km/h in 2,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit bis zu 310 km/h.
Laden: 800-Volt-Architektur, 122-kWh-Batterie mit bis zu 350 kW DC-Ladeleistung.
Auslieferung: Erste Kundenfahrzeuge rollen ab Oktober 2026 (Q4) zu ihren Besitzern.
Häufig gestellte Fragen zum Ferrari Luce Verkaufsstart