Smart #2: Die triumphale Rückkehr des ikonischen Zweisitzers als High-Tech-Stromer

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Der ikonische Zweisitzer ist bald wieder da: Als rein elektrischer Smart #2 feiert der Nachfolger des legendären Fortwo seine Premiere. Mit einer ultrakurzen Länge von nur 2,79 Metern und einem rekordverdächtigen Wendekreis von 6,95 Metern bleibt er das ideale Auto für die Stadt. Technisch basiert der Zweisitzer auf der neuen ECA-Plattform von Geely, bietet eine elektrische Reichweite von knapp 300 Kilometern und ermöglicht dank innovativer V2L-Technologie sogar die Energieabgabe an externe Geräte.
 
SP-X/Peking. Quer in eine Parklücke zu passen, war die herausragende Eigenschaften des smart fortwo. Dennoch endete 2024 die Smart-Story. Zu dem Zeitpunkt gehörte die Marke bereits zu gleichen Teilen Mercedes-Benz und Geely. Mit den Modellen #1, #3 und #5 kamen deutlich größere Autos im SUV-Format auf den Markt 

„Die Pläne für eine Neuauflage des Zweisitzers lagen jedoch immer in der Schublade“, sagt Tong Xiangbei, Global CEO von Smart. Doch Corona, weltpolitische Unwegsamkeiten sowie die Wirtschaftlichkeit eines kleinen E-Autos für den Hersteller verzögerten bis heute die Umsetzung. „Als Hersteller eines einzigen Zweisitzers hätten wir nicht überleben können“, sagt Wolfgang Ufer, Europa CEO von smart. Da habe die Erweiterung der Modellpalette auf größere Autos geholfen.

Frontansicht des Smart #2 Konzeptfahrzeugs in Perlmutt-Weiß mit markanten LED-Scheinwerfer-Signaturen.
Smart #2 Konzeptfahrzeug: Der kleinste Smart kommt wieder. Foto: Smart

Antriebstechnik für E-Autos deutlich effizienter

„Heute ist die Antriebstechnik für ein E-Auto deutlich effizienter. Wir haben uns bei Geely bedient und daraus unsere Plattform entwickelt“, sagt Ufer. Kurz vor Beginn der Automesse in Peking zeigt das Unternehmen das Konzeptfahrzeug. Der smart #2 wird 1,90 m breit und 2,79 m lang. So kommt der Kleinstwagen auf einen Wendekreis von 6,95 m.

Seitenprofil des neuen Smart #2 Showcars, das die ultrakurze Länge von 2,79 Metern und das moderne Mercedes-Design zeigt
Smart #2: Offiziell handelt es sich noch um eine Studie. Foto: Smart

Energieabgabe per V2L

Während die Länge beim Wenden und Einparken von Vorteil ist, limitiert sie den verfügbaren Platz für die Batterie. Da es bis zu Serienversion noch dauert, liefert Smart noch keine finalen technischen Daten. Die genaue Batteriekapazität wird nicht genannt, doch soll die Reichweite knapp unter 300 km liegen. Das wäre grob das doppelte der ersten elektrischen Version. Deren Batterie speicherte knapp 17 kWh. Der smart #2 kann mit Gleichstrom schnell laden. In unter 20 Minuten wird von 10 bis 80 Prozent Batteriekapazität geladen. Sogar eine Energieabgabe (V2L) mithilfe eines Adapters an externe Geräte wird möglich sein.

Smart gibt einen Ausblick auf einen Fortwo-Nachfolger. Foto: Smart
Smart #2 Concept: Smart gibt einen Ausblick auf einen Fortwo-Nachfolger. Foto: Smart

Eigene Plattform

Technisch basiert der #2 auf der neu entwickelten Plattform Electric Compact Architecture (ECA). Produziert wird der #2 in China bei Geely. Das Design stammt vom Mercedes-Benz Global Design Team aus Stuttgart. Das Showcar wirkt in perlmutt-weiß mit goldenen Akzenten wie ein Mode-Accessoire auf Rädern. Die senkrecht stehenden LED-Lichtpunkte unter den Scheinwerfern zeigen auch Botschaften wie die Modellbezeichnung #2. Ob diese Funktion in der Serienversion zugelassen wird, ist offen. Wie bei Konzeptautos üblich, sind einige Rundungen sowie die Reifen Wunschvorstellungen der Designer, die es so nicht auf die Straße schaffen werden.

Smart #2 Concept: Der Antrieb erfolgt rein elektrisch. Foto: Smart
Smart #2 Concept: Der Antrieb erfolgt rein elektrisch. Foto: Smart

Smart #2: Das kleinste E-Auto

Einen Preis nennt das Unternehmen ebenfalls nicht. Die Zielmarke dürfte für die Einstiegsversion knapp unter 20.000 Euro liegen. Mit seinen 2,79 m wird der #2 das kleinste E-Auto auf dem Markt. Fiat 500 und Leapmotor 03 messen beide 3,62 m. Der Dacia Spring liegt bei 3,70 m. Noch kürzer ist der elektrische Opel Rocks mit 2,41 m, doch zählt der zu den Leichtkraftfahrzeugen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Smart #2 Concept: Das Serienmodell könnte 2027 starten. Foto: Smart
Smart #2 Concept: Das Serienmodell könnte 2027 starten. Foto: Smart

Smart #6 kommt nicht nach Europa

Auf der Messe zeigt der Hersteller auch den smart #6. Der trägt den Zusatz EHD, was für Electric Hybrid Drive steht. Die Limousine mit Fließheck ist ein Plug-in-Hybrid, der nicht auf den deutschen Markt kommt. „Wir sehen uns als E-Automarke. Das würde nicht passen“, sagt Ufer.

Für das Joint Venture verlief der Modellwechsel zu den größeren E-Autos in Deutschland durchwachsen. Laut Kraftfahrtbundesamt wurden im vergangenen Jahr 4.700 Autos zugelassen. 2021 waren es noch rund 21.000 über alle Antriebsarten hinweg. Allerdings läuft es außerhalb Deutschlands besser. In Europa verkaufte smart im vergangenen Jahr 25.000 Fahrzeuge.

Smart #2 als Zugpferd

Den Modellen im SUV-Format fehlt in Europa noch Bekanntheit. „Das werden wir mit dem #2 ändern“, sagt Ufer, „Wenn Leute für ihn in unsere Läden kommen, entdecken sie unser gesamtes Angebot.“ Die Serienversion des smart #2 feiert im Oktober 2026 beim Autosalon in Paris Premiere. Die Auslieferung ist für Anfang 2027 geplant.

Häufig gestellte Fragen zum neuen Smart #2

Wann kommt der Smart #2 auf den Markt?

Die Serienversion des Smart #2 feiert im Oktober 2026 auf dem Autosalon in Paris ihre Premiere. Die ersten Auslieferungen sind für Anfang 2027 geplant.

Was wird der Smart #2 kosten?

Obwohl noch keine finalen Preise feststehen, liegt die Zielmarke für die Einstiegsversion bei knapp unter 20.000 Euro.

Wie gross ist die Reichweite des Smart #2?

Der neue Elektro-Zweisitzer soll eine Reichweite von knapp unter 300 Kilometern erreichen, was etwa dem Doppelten der ersten elektrischen Smart-Generation entspricht.

Kann der Smart #2 externe Geräte mit Strom versorgen?

Ja, der Smart #2 verfügt über eine V2L-Funktion (Vehicle-to-Load), mit der mithilfe eines Adapters Energie an externe elektrische Geräte abgegeben werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bruno Bissig
ist der Gründer und Chefredakteur von CARPIXX. Seit über 14 Jahren beobachtet und analysiert er den Schweizer Automobilmarkt direkt aus Zug. Als leidenschaftlicher Kenner der Branche hat er über 2.500 Beiträge veröffentlicht und sich auf die Kuratierung und Einordnung globaler Trends für die Schweizer Community spezialisiert. Sein Fokus liegt darauf, technologische Innovationen und Marktentwicklungen verständlich und praxisnah für Enthusiasten aufzubereiten.