40 Jahre Mazda RX-7, Nissan 300ZX & Toyota Supra: Japans Sportwagen-Offensive

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Vor exakt 40 Jahren starteten japanische Automobilhersteller mit Modellen wie dem Mazda RX-7 (FC), dem Nissan 300ZX (Z31) und der Toyota Supra (MA70) einen Frontalangriff auf die europäische Sportwagen-Elite. Im Jahr 1986 brachten diese Marken innovative High-Tech-Botschafter auf den Markt, die durch Wankel-Power, Turbo-Motoren und markante Klappscheinwerfer bestachen. Damit etablierten sich Mazda, Nissan und Toyota erstmals als ernsthafte Konkurrenten für Premium-Marken wie Porsche und Ferrari.

SP-X/Köln. Vor 60 Jahren waren sie spektakuläre Vorboten eines globalen Eroberungsfeldzugs, in dem sich japanische Autobauer als neue Wirtschaftsmacht in Amerika und Europa verankerten. Supercars wie der vom Filmhelden 007 James Bond gefahrene Toyota 2000GT, der futuristische Mazda Cosmo Sport als Wankel-Pionier oder der von Stardesigner Graf Goertz gezeichnete Nissan Silvia machten Nippon ab 1966 bekannt.

Klassisches Mazda RX-7 FC Coupé in leuchtendem Rot mit charakteristischen Klappscheinwerfern.
Wahnsinn, dieser Wankel – Der Mazda RX-7 wurde als einziges Kreiskolbenmodell in fast 750.000 Einheiten verkauft. Foto: Mazda

1986: Mazda, Nissan und Toyota mit neuen hoch gesteckten Zielen

20 Jahre später hatte Japan als weltgrößter Autohersteller die USA und Deutschland überholt, nun verfolgten Mazda, Nissan und Toyota neue, hoch gesteckte Ziele: Mit Hightech-Sportwagen in kantig-kraftvollen Konturen und mit aggressiv aufblendenden Klappscheinwerfern machten sie Jagd auf mehr Markenprestige. Plötzlich waren es nicht mehr Massenmarken à la Fiat, Ford oder VW, denen die Japaner Marktanteile nahmen, sondern auch Premiumplayer wie Porsche, BMW, Mercedes, Maserati oder Corvette.

Historische Werbeanzeige, die den Mazda RX-7 Turbo preislich und technisch mit dem Porsche 944 vergleicht.
Rotary-Power schlägt Porsche – Der Mazda RX-7 verkaufte sich in Nordamerika besser als der Porsche 944. Foto: Mazda

„Japans neue Super-Autos“

titelten die Medien und meinten den drehfreudigen Wankelsportler Mazda RX-7 (FC), der schon in erster Generation den Porsche 924 das Fürchten gelehrt hatte und Verkaufsrekorde erzielte. Aber auch den Nissan 300ZX Turbo, der es in den Fahrleistungen mit der Corvette C4 oder einem Ferrari Mondial aufnahm und in den USA mit Discount-Preisen für Furore sorgte, während er Nissan hierzulande erstmals in die Preisregion der Mercedes S-Klasse hievte. Gewohnte Grenzen sprengte Toyotas neuster Turbo: Als „Über-Sportwagen“ Supra zeigte der Dampfhammer beim Sprintduell sogar dem Zwölfzylinder-Ferrari 412 seinen mächtigen Heckflügel.

Frontansicht einer roten Toyota Supra A70 mit ausgeklappten Scheinwerfern und markantem 80er-Jahre-Design.
Kanten und coole Klappscheinwerfer kombiniert mit einem kräftigen Sechszylinder – Vom Supra A70 verkaufte Toyota über 240.000 Einheiten. Foto: Toyota

Aktuell fehlt es den Japanern an Ideen und Mut

Heute ist diese Japan-Power geschmolzen, wie nur noch 7,1 Prozent Marktanteil aller sieben Nippon-Marken in Deutschland zeigen – um 1990 hielt Nissan allein 3,6 Prozent. Manche Experten meinen, es fehle den japanischen Autobauern aktuell an Ideen und Mut, mit denen sie Ausrufezeichen setzen. So wird der Nissan Fairlady Z als moderner Nachfolger des 300ZX nicht mehr in Europa verkauft, und ob es eins der Wankel-Sportwagenkonzepte von Mazda in die Serie schafft, ist unklar.

Technische Risszeichnung des Nissan 300ZX zur Veranschaulichung des V6-Turbomotors und des Fahrwerks.
Eine Klasse für sich – In den 1970ern meistverkaufter Sportler der Welt, 1986 als Nissan 300ZX mit Turbo-Power in Amerika zum günstigen Preis. Foto: Nissan

1986 waren die Sportwagen Japans Hightech-Botschafter

Ganz anders vor 40 Jahren: Sportwagen waren Japans Hightech-Botschafter, mit denen die Industrie aus dem Land der aufgehenden Sonne die Ingenieure aus Schwaben, München oder dem italienischen „Motor Valley“ düpieren wollte. Toyota, Mazda, Nissan und letztlich auch Honda strebten nach Premium-Image, und bevor die Submarken Lexus, Xedos, Infiniti und Acura nach den Sternen griffen, sollten Sportwagen den Weg dafür frei machen.

Toyota Supra A70 als Targa-Version mit offenem Dach im klassischen Straßeneinsatz.
Mit T-Roof, wie es amerikanische Sonnenanbeter liebten – in Europa konnte sich der Toyota Supra A70 nicht durchsetzen. Foto: Toyota

Die „Gelbe Gefahr“ im Geschwindigkeitsrausch

Bis zum Serienstart des ersten Honda NSX als Supertrumpf-Karte im Sportwagen-Quartett-Spiel sollte es noch drei Jahre dauern, aber mit den Modellen Mazda RX-7 (FC), Toyota Supra (MA70) und Nissan 300ZX liefen sich die fernöstlichen Autobauer 1986 schon einmal warm. Ausgerechnet in jener Zeit der Diskussionen um Abgaskatalysatoren, Ölpreiskrisen und striktere Tempolimits war die als „Gelbe Gefahr“ bezeichnete japanische Autowelt im Geschwindigkeitsrausch.

Seltenes Mazda RX-7 Wankel-Cabriolet in roter Lackierung als Lifestyle-Ikone der 80er Jahre.
Einzigartig – Das von einem Wankelmotor angetriebene Cabriolet Mazda RX-7 ging in Großserie. Foto: Mazda

1969 war der Nissan Z schon mal zeitweise der meistverkaufte Sportwagen der Welt

Zwar schrieb speziell der Nissan Z schon seit 1969 Geschichte als zeitweise meistverkaufter Sportwagen der Welt, aber nun sollte die neuste Generation der schnellen Reisschüssel – ebenso wie die jüngsten Renner von Mazda und Toyota (die ersten RX-7 und Supra starteten 1978) – die Premium-Platzhirsche endgültig zum Schwitzen bringen.

Nissan 300ZX der Modellpflege 1987 in Weiß mit aerodynamisch optimierter Frontpartie.
Mit T-Roof und Turbo-Hutze – Der Nissan 300ZX konnte es im Temperament mit dem Ferrari Mondial aufnehmen. Foto: Nissan

Für Japan-Autos bis dahin eher untypisch: Leuchtend rote Lackierung

Dazu präsentierte sich das Trio bei Presseterminen in für Japan-Autos bis dahin eher untypischer leuchtend roter Lackierung und weckte speziell in Nordamerika – weltgrößter Sportwagenmarkt – prompt Assoziationen an Feuerwehr-Hero Red Adair, zumal die oft in Rot georderten Samurai auch abgingen wie die Feuerwehr und so dem US Hero-Car Chevrolet Corvette C4 mit 179 KW/243 PS starkem 5,7-Liter-V8 zu günstigeren Preisen als „Glutsbrüder“ Paroli boten.

Heckansicht des Nissan 300ZX mit den typischen breiten Rückleuchten der 1980er Jahre
Mit T-Roof und Turbo-Hutze – Der Nissan 300ZX konnte es im Temperament mit dem Ferrari Mondial aufnehmen. Foto: Nissan

Geballte Technik zu bezahlbaren Kosten

Mit einer geballten Portion Technik zu bezahlbaren Kosten versuchten die asiatischen Gran Turismo das ihnen noch fehlende Image zu kompensieren. Mazda hatte das mit dem ersten RX-7 von 1978 vorexerziert: Wurden doch von dem Zweischeiben-Wankel in Nordamerika in nur einem Jahr so viele Fahrzeuge geordert wie vom vergleichbar agilen Porsche 924 in fünf Jahren. Alle anderen Wankelmotor-Lizenznehmer – darunter Chevrolet, Mercedes und Audi – hatten ihre Modelle mit Kreiskolbentechnik längst ins Museum geschoben, als Mazda 1986 seinen RX-7 in zweiter Generation ins Rennen schickte.

Faszination Wankel – Die Werbung für den Mazda RX-7 versuchte von den Vorzügen des Kreiskolbenmotors zu überzeugen. Foto: Mazda
Faszination Wankel – Die Werbung für den Mazda RX-7 versuchte von den Vorzügen des Kreiskolbenmotors zu überzeugen. Foto: Mazda

Kraftvoll konturierte Sportcoupés

Dies nicht nur als kraftvoll konturiertes Sportcoupé und komfortable Alternative zur Hektik der privaten Kurzstrecken-Fliegerei – damals in den USA ein Thema bei Sportwagenentwicklungen, wie etwa GM-Chefingenieur Fred Schaafsma erklärte – sondern auch als verführerisch schönes Cabrio. Ein in Großserie gebauter Luftikus mit Rotary-Power, das war Neuland und passte in eine Dekade, als sich hedonistische Yuppies („Geld statt Kinder“) und Technik-affine Besserverdiener gerne mit Hightech-Insignien wie Polyurethan, Kevlar, 16V und 4WD schmückten.

Lange Haube, scharfe Kanten – So setzten die Nissan-Designer den 300ZX in Szene. Foto: Nissan
Lange Haube, scharfe Kanten – So setzten die Nissan-Designer den 300ZX in Szene. Foto: Nissan

In Amerika lief der Absatz des Mazda RX-7 gut, anders als in Europa

Der optional aufgeladene, 133 kW/180 PS starke Wankel ließ die RX-7-Piloten die sprichwörtliche Faust im Nacken spüren: 6,6 Sekunden registrierten europäische Fachmedien für den Sprint auf Tempo 100, ein Lamborghini Jalpa oder Maserati Biturbo waren nicht schneller. Symbolische Triumphe, wichtiger waren Mazda die Erfolge im Duell mit Porsche auf US-Highways. Dort konnten Porsche-944-Turbo-Fahrer dem Japan-Racer zwar die Rücklichter zeigen, hatten dafür aber beim Fahrzeugkauf gut 80 Prozent mehr bezahlen müssen als Mazda für sein Coupé berechnete. Entsprechend gut lief in Amerika der Absatz des RX-7 – ganz anders aber in der Alten Welt.

Große Ahnengalerie – Der heute aktuelle Toyota GR Supra und seine Vorgänger. Foto: Toyota
Große Ahnengalerie – Der heute aktuelle Toyota GR Supra und seine Vorgänger. Foto: Toyota

„Wenn Dir jemand erzählen will, anspruchsvolle Fahrer sitzen nur in den teuersten Autos, zeige ihm ein Lächeln“, warb Nissan in Deutschland für seine Dynamiker. Welche Ironie: Ebenso wie der Mazda RX-7 oder der Toyota Supra mit computergesteuertem Fahrwerk und kraftvollem 24V-V6, waren die 168 kW/228 PS starken Nissan 300ZX Turbo hierzulande etwa doppelt so teuer wie in den USA und fast in den Gefilden von Mercedes SE und SL unterwegs. Mehr Prestige und mehr Geld verdienen mit weniger Autos, lautete hier die Devise – und Auftritte in den TV-Straßenfegern jener Dekade schienen den Nippon-Marken recht zu geben. So fuhren die Reichen und Schönen in „Das Erbe der Guldenburgs“, „Schwarzwaldklinik“ oder im „Tatort“ nun nicht mehr nur die Stuttgarter Sterne, BMW Cabrios, Audi quattro oder Porsche, sondern erstmals auch die Targa-ähnlichen T-Roof-Renner von Nissan und Toyota.

Der aktuelle Nissan Z als moderner Nachfolger in der Tradition des 300ZX.
Auch der Nissan Z ist bis heute in Produktion, aber nicht mehr in Europa im Angebot. Foto: Nissan

Erfolgreicher Einstieg ins Premiumsegment in Nordamerika

Im Straßenalltag aber gelang den Japanern der erfolgreiche Einstieg ins Premiumsegment nur in Nordamerika: Dort waren die preiswerten Hightech-Sportler Vorboten der Luxuslabels Lexus, Infiniti und Acura, die wenig später Mercedes, BMW und Audi in Bedrängnis brachten. Erst als Nissan 2002 den 350Z zivil einpreiste und Mazda mit dem RX-8 die Idee des RX-7 neu auflud, avancierten die Japan-Coupés auch in Europa vorübergehend zu Kultautos der Sportscars-Community. Eine Szene, in der Toyota seit 2019 mit einem frischen GR Supra mitmischt – hervorgegangen aus einer Allianz mit dem früheren Erzrivalen BMW.

Verschiedene Generationen der Toyota Supra, inklusive GR Supra und Supra A70, bei einem Fantreffen in Köln.
Mit Events wie einem Supra Meeting in der Kölner Toyota Collection feiert die Community das Jubiläum der Japan-Sportler. Foto: Toyota

Historie :

1965: Der Präsident von Nissan USA, Yutaka Katayama, fordert die Entwicklung eines preiswerten zweisitzigen Sportcoupés im europäischen Stil für den US-Markt. Das japanische Nissan-Management prognostiziert zwar nur kleine Absatzchancen – 1.600 Einheiten in vier Jahren – bewilligt aber die Weiterentwicklung des Sportwagen-Prototyps A550X, der vom deutschen Stardesigner Albrecht Graf Goertz entworfen wurde

1967: Am 30. Mai wird der Sportwagen Mazda Cosmo Sport 110 S als weltweit erstes Serienfahrzeug mit Zweischeiben-Kreiskolbenmotor (Typ L10A) vorgestellt, drei Monate vor dem NSU Ro 80. Der 1978 lancierte Mazda RX-7 ist ein Nachfolger des Cosmo Sport 110 S. Im Mai 1967 Serienstart für den Toyota 2000GT als erster Supersportwagen dieses Herstellers. Der Toyota 2000GT setzt die Initialzündung zur Entwicklung weiterer Sportcoupés; darunter das Coupé Toyota Supra

1969: Vorstellung und Marktstart des Datsun (Exportname) bzw. Nissan 240Z (Serie S30) in Japan und Nordamerika als 2-sitziges Coupé mit Heckklappe im klassischen Sportwagenlayout (Front-Reihen-Motor und angetriebene Hinterräder), aber mit technisch anspruchsvoller Einzelradaufhängung vorn und hinten. In Japan trägt der 240Z den Namen Fairlady Z

1971: Doppelsieg für den 240Z bei der East African Safari Rallye

1972: Nissan tritt in den deutschen Markt ein, der 240Z wird allerdings erst ein Jahr später lieferbar

1973: Erneuter Sieg eines 240Z bei der East African Safari Rallye. Als Zweisitzer mit serienmäßigem Fünfgang-Getriebe (auf anderen Märkten auch Viergang-Getriebe und Automatik) debütiert der 240Z mit 130-PS-2,4-Liter-Sechszylinder auf der Frankfurter IAA, wo er zugleich seinen deutschen Vertriebsstart feiert. Bei der Tokyo Motor Show debütiert der 260Z 2+2 mit drei Zentimeter längerem Radstand und modifizierter Heckpartie

1974: Zum Modelljahr 1974 debütieren in Nordamerika und Japan die Typen 260Z und 260Z 2+2 (Serie S30) mit 2,6-Liter-Sechszylinder und Abgasreinigungsanlage

1975: Nissan/Datsun feiert 500.000 verkaufte Z-Sportwagen. In Nordamerika wird der 280Z (Serie S30) mit 2,8-Liter-Hubraum und Katalysator eingeführt. Im Frühjahr ersetzt der 260Z 2+2 mit 129-PS-2,6-Liter-Sechszylinder in Deutschland den 240Z

1978: Auf dem Pariser Salon feiert der Nissan 280ZX (zweite Generation der Z-Serie, interner Typencode S130) sein Europa-Debüt. Hierzulande gibt es die Neukonstruktion nur als 2+2-Sitzer. Im Februar erfolgt die Pressevorstellung des Mazda RX-7. Seine offizielle Weltpremiere zelebriert der Mazda RX-7 (SA22C/FB) am 30. März, die Markteinführung in Japan erfolgt unter der Bezeichnung Mazda Savanna. Am 24. April Marktstart in den USA, wo der RX-7 für nur 7.000 Dollar offeriert wird. Rund 80 Prozent aller RX-7 werden in die USA verkauft. Kurz nach Produktionsstart des RX-7 feiert Mazda die Auslieferung des einmillionsten Kreiskolbenmotors. Am 13. April präsentiert Toyota den Celica XX in Japan (Typ A40) mit 2,0-Liter- und 2,6-Liter-Sechszylinder-Motoren. Der Celica XX soll gegen Mazda RX-7 und Datsun/Nissan Z antreten und wird für Nordamerika als Celica Supra angekündigt.

1979: Offizielle Premiere feiert der Toyota Celica Supra (Typ A40) in Nordamerika als Pace Car beim Grand Prix der USA. Im Mai wird der Mazda RX-7 auch in Deutschland lieferbar, dies zu Preisen ab 22.990 Mark. In den USA, weltweit größter Sportwagenmarkt, übertrifft der Mazda RX-7 die Verkaufszahlen seines härtesten Rivalen, des Porsche 924. Bereits in erster Generation werden vom Mazda RX-7 bis 1985 fast eine halbe Million Einheiten verkauft, Bestwert im Segment

1981: Weltpremiere für die zweite Generation von Toyota Celica XX und Celica Supra (Typ A60)

1982: Im Mai erlebt der Celica Supra seine deutsche Markteinführung mit 2,8-Liter-Reihen-Sechszylinder

1983: Die Stückzahlen von Datsun/Nissan Z/Fairlady erreichen 995.332 Einheiten. Neuer Nissan-Spitzentyp ist in Deutschland ab März der 280ZX Turbo mit großem Frontspoiler und 147 kW/200 PS Leistung. T-Bar-Roof ab sofort serienmäßig. In Japan und Nordamerika geht die dritte Generation des Z als 300ZX an den Start (interner Typencode Z31)

1984: Deutschlandstart für den Nissan 300ZX als 2+2-sitziges Coupé mit T-Bar-Roof und 125 kW/170 PS leistendem 3,0-Liter-Sechszylinder

1985: Der 300.000ste Toyota Celica Supra rollt vom Band. Ab Juli ist der Nissan 300ZX Turbo verfügbar mit 168 kW/228 PS Leistung. Weltpremiere feiert die zweite Generation des Mazda RX-7 (FC) auf der Tokyo Motor Show am 31. Oktober

1986: Im April deutsche Markteinführung des 110 kW/150 PS starken Mazda RX-7 (FC) mit Bosch-L-Jetronic-Einspritzung und 6-Kanal-Einlassventil. Ebenfalls im April erreicht die Gesamtproduktionszahl der Mazda-Modelle mit Kreiskolbenmotor 1.500.000 Einheiten. Am 6. Februar wird die dritte Generation des Toyota Supra (A70) angekündigt. Schon im März feiert der Supra (A70) mit 3,0-Liter-Sechszylinder auf dem Genfer Salon seine Publikumspremiere. Marktstart in Deutschland im September zu Preisen ab 49.200 Mark, noch ohne Katalysator, aber mit Targa-Dach. Der ab 1987 ausgelieferte Toyota Supra Turbo kostet ab 57.995 Mark. Der Mazda RX-7 ist zu Preisen ab 40.100 Mark im Angebot, als Mazda RX-7 Turbo kostet er ab 48.400 Mark. Mitsubishi bietet den 180 PS leistenden Starion 2000 Turbo ECI ab 39.900 Mark an. Der Nissan 300ZX kostet ab 41.845 Mark bzw. als Nissan 300ZX Turbo ab 55.500 Mark

1987: Ab September ist der Toyota Supra optional mit Getriebeautomatik und als leistungsstärkere Turbo-Version verfügbar, außerdem sind ABS und Katalysator jetzt Standard. Der Toyota Supra wird von TTE (Toyota Team Europe) 1987 bis 1989 in der Rallye-WRC eingesetzt und erzielt bei der Safari 1987 einen Podiumsplatz und ansonsten mehrere Achtungserfolge auf den Plätzen vier bis sieben. Beim Grand Prix der USA dient ein Toyota Supra Turbo als Pace Car. Nissan-300-ZX-Facelift und Entfall der Version ohne Turboaufladung. Mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator ist der Nissan 300ZX ab Mai lieferbar, dies mir 149 kW/203 PS Leistung. Auf der Frankfurter IAA wird im September das Mazda RX-7 Cabriolet als Weltpremiere vorgestellt, aber vorerst nicht in Deutschland verkauft

1988: Im Herbst Facelift für den Toyota Supra mit neuer Frontgestaltung und außerdem mit dreigeteiltem Heckspoiler; nur noch als Supra Turbo bestellbar. Mazda testet in RX-7-Prototypen Drei-Scheiben-Wankelmotoren

1989: Im Juni deutsche Markteinführung des Mazda RX-7 Turbo Cabriolet. Der Turbomotor im RX-7 erfährt zugleich eine Leistungssteigerung auf 147 kW/200 PS. Modellauslauf für die dritte Nissan-ZX-Generation im Sommer. Vorstellung der vierten Generation des Nissan Z (interner Typencode Z32) auf der IAA Frankfurt im September als 300ZX Twin Turbo. In Deutschland nur als 2+2-Sitzer mit T-Bar-Roof und Biturbo (208 kW/283 PS Leistung) sowie serienmäßiger Allradlenkung im Angebot

1990: Im Mai deutscher Vertriebsstart für den Nissan 300ZX Twin Turbo als bis dahin teuerstes japanisches Fahrzeug mit Preisen zwischen 88.000 und 95.000 Mark. In den USA feiert Mazda mit dem RX-7 den 100sten Sieg bei einem IMSA-Rennen

1991: Mit dem auf 1.000 Einheiten limitierten Sondermodell Mazda RX-7 Winning Limited (Lackierung entweder Shade Green oder Blaze Red) feiert Mazda den Sieg des 787B bei den 24 Stunden von Le Mans. Vorstellung des RX-7 der dritten Generation

1993: Auf der Chicago Motor Show feiert Anfang des Jahres die vierte Generation des Toyota Supra (A80) Weltpremiere. Im Oktober entfällt der Toyota Supra (A70) in den deutschen Preislisten, der Abverkauf der Lagerfahrzeuge läuft noch ein Jahr weiter. Im September feiert der Toyota Supra (A80) mit Doppelturbo-3,0-Liter-Sechszylinder Deutschlandpremiere zu Preisen ab 106.000 Mark

1995: Ende des Jahres endet der Import des Nissan ZX nach Deutschland nach insgesamt 1.739 Einheiten des Typs 300ZX Twin Turbo

1997: Der Import des Toyota Supra (A80) nach Deutschland wird eingestellt

1999: Auf der NAIAS in Detroit zeigt im Januar ein Concept Car (240Z Concept), wie künftige Nissan Z aussehen könnten. Produktionsauslauf des Nissan 300ZX in Japan

2002: Produktionsende für die vierte Generation des Toyota Supra in Japan. Im Sommer Marktstart des zweisitzigen Nissan 350Z (fünfte Generation der Z-Sportwagen) in Nordamerika und Japan als Coupé. Präsentation des Nissan 350Z Roadster

2003: Im Mai internationaler Lieferbeginn für den Nissan 350Z Roadster, ebenso wie für das Coupé mit 206 kW/280 PS starkem 3,5-Liter-Sechszylinder. Markteinführung des Mazda RX-8 als vorläufig letztem Sportwagen mit Kreiskolben-Motor, die Fertigung des RX-8 läuft bis 2012

2008: Auf der Los Angeles Autoshow debütiert die sechste Generation des Nissan Z als Nissan 370Z (interner Typencode Z34), die ab 2009 auch in Deutschland verkauft wird

2012: BMW und Toyota einigen sich über die Entwicklung eines gemeinsamen Sportwagens

2014: Mit dem FT-1-Concept zeigt Toyota einen ersten Vorboten des späteren Toyota GR Supra

2019: Markteinführung des Toyota GR Supra (A90) mit 3,0-Liter-Sechszylinder zu Preisen ab 62.900 Euro. Der von Toyota Gazoo Racing (GR) abgestimmte Sportler ist technisch verwandt mit dem BMW Z4. Der Nissan 240Z (Fairlady) wird 50 und Nissan feiert dieses Jubiläum mit dem Sondermodell 370Z 50th Anniversary Edition

2026: Toyota, Mazda und Nissan feiern die Jubiläen ihrer früheren sportlichen Ikonen. Auch die Fanszene würdigt die Jubiläen der japanischen Sportwagen-Pioniere. Toyota hat aktuell das Sportcoupé GR Supra im Programm, Nissan die 2021 vorgestellte, in Europa nicht verkaufte jüngste Generation des Nissan Z (in Japan Fairlady Z). Mazdas Sportwagenportfolio umfasst aktuell den MX-5 Roadster und den MX-5 RF. Der Vertrieb des Toyota GR Supra (A90) endet in diesem Jahr, allerdings sind neue Toyota GR Sportwagen in Vorbereitung

Modelle und Motorisierungen im Jahr 1986 :

Mazda RX-7 mit Zweischeiben-Wankelmotor (2 x 654 ccm), 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 182 Nm bei 3.000 U/min, Vmax: 210 km/h, 0-100 km/h: 8,0 s;

Mazda RX-7 Turbo mit Zweischeiben-Wankelmotor (2 x 654 ccm), 133 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 247 Nm bei 3.500 U/min, Vmax: 230 km/h, 0-100 km/h: 6,5 bis 7,0 s;

Nissan 300ZX mit 3,0-Liter-Sechszylinder-Benziner, 125 kW/170 PS, maximales Drehmoment: 236 Nm bei 4.400 U/min, Vmax: 222 km/h, 0-100 km/h: 9,1 s;

Nissan 300ZX Turbo mit 3,0-Liter-Sechszylinder-Benziner, 168 kW/228 PS, maximales Drehmoment: 326 Nm bei 4.400 U/min, Vmax: 240 km/h, 0-100 km/h: 7,1 s;

Toyota Supra 3.0i mit 3,0-Liter-V6-Benziner, 150 kW/204 PS, maximales Drehmoment: 254 Nm bei 4.800 U/min, Vmax: 220 km/h, 0-100 km/h: 8,2 s;

Toyota Supra 3.0i Turbo mit 3,0-Liter-V6-Benziner, 173 kW/235 PS, maximales Drehmoment: 344 Nm bei 3.200 U/min, Vmax: 245 km/h, 0-100 km/h: 6,3 s.

Häufig gestellte Fragen zu japanischen Sportwagen-Klassikern

Welche japanischen Sportwagen feierten 1986 ihr Debüt?

Im Jahr 1986 starteten der Mazda RX-7 der zweiten Generation (FC), die dritte Generation der Toyota Supra (A70) und der Nissan 300ZX Turbo als technologische Speerspitzen Japans auf dem europäischen Markt.

Wie schnell war die Toyota Supra Turbo von 1986?

Die Toyota Supra 3.0i Turbo leistete 173 kW (235 PS) und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolvierte sie in 6,3 Sekunden.

Was zeichnete den Mazda RX-7 (FC) technisch aus?

Der Mazda RX-7 (FC) war für seinen Zweischeiben-Wankelmotor bekannt, der als Turbo-Version bis zu 133 kW (180 PS) leistete und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter 7 Sekunden ermöglichte.

 

 

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Bruno Bissig
ist der Gründer und Chefredakteur von CARPIXX. Seit über 14 Jahren beobachtet und analysiert er den Schweizer Automobilmarkt direkt aus Zug. Als leidenschaftlicher Kenner der Branche hat er über 2.500 Beiträge veröffentlicht und sich auf die Kuratierung und Einordnung globaler Trends für die Schweizer Community spezialisiert. Sein Fokus liegt darauf, technologische Innovationen und Marktentwicklungen verständlich und praxisnah für Enthusiasten aufzubereiten.