Der schnellste SUV der Welt: Lamborghini Urus SE Performante zündet 812 PS

Was ist das schnellste SUV der Welt und was leistet der Lamborghini Urus SE Performante?

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h reklamiert der Lamborghini Urus SE Performante den Titel als das schnellste SUV der Welt für sich. Angetrieben wird das Power-SUV von einem Plug-in-Hybrid-System mit 597 kW (812 PS) und 1.000 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,3 Sekunden, Tempo 200 ist nach 10,8 Sekunden erreicht. Trotz 32 Kilogramm Gewichtsersparnis durch reichlich Carbon bietet das Topmodell dank neuer Zweikammer-Luftfederung spürbar mehr Komfort sowie rund 60 Kilometer rein elektrische Reichweite.

SP-X/Frankfurt. Man kann sich der Sache natürlich vernünftig nähern. Dann wäre der neue Lamborghini Urus SE Performante ein geräumiges SUV mit vier Türen, ordentlichem Kofferraum und genügend Platz, um die Kinder morgens rein elektrisch zur Schule zu bringen. Man kann das Ganze aber auch auf Lamborghini-Art betrachten. Dann hat dieses Familienauto 597 kW/812 PS, 1.000 Newtonmeter Drehmoment, beschleunigt in 3,3 Sekunden auf Tempo 100 und stürmt auf 312 km/h.

Gelber Lamborghini Urus SE Performante in Frontansicht mit Chef Stephan Winkelmann bei der Weltpremiere im Hangar One Frankfurt
Design der Dominanz: Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann bei der Präsentation des Urus SE Performante. Foto: SP-X/Killy

Was vermutlich erklärt, warum Lamborghini zur Präsentation in den Lufthansa-Hangar One nach Frankfurt eingeladen hat. Fluggerät ist eine passende Umgebung. Der Urus ist seit seinem Launch 2018 eines der wichtigsten Autos der Marke. Ein Lamborghini für Leute, die zwar gern einen Supersportwagen hätten, aber gelegentlich noch andere Menschen oder Gepäck transportieren müssen. Seit seiner Einführung hat er Lamborghini neue Kundengruppen erschlossen und die Stückzahlen kräftig nach oben getrieben. Nun bekommt die Performance-Version des SUV eine Neuauflage.

Heck des gelben Lamborghini Urus SE Performante mit LED-Leuchtband, Sportdiffusor und schwarzem Carbon-Spoiler
Hier passen auch Einkäufe rein, doch auch die Heckansicht des Urus SE Performante kann ihre Sportlichkeit nicht verbergen. . Foto: SP-X/Killy

Und die folgt einer bemerkenswert einfachen Formel: mehr von allem – außer Gewicht. 597 kW/812 PS leistet der Plug-in-Hybrid-Antrieb (rein elektrische Reichweite rund 60 km). Gleichzeitig haben die Ingenieure 32 Kilogramm aus dem Auto herausoperiert. Unter anderem mit reichlich Carbon: Motorhaube, Karosserieteile und aerodynamische Komponenten bestehen aus dem leichten Material. Gegen Aufpreis darf die Kohlefaser selbstverständlich auch sichtbar bleiben. Lambo-Fahrer neigen schließlich nicht zum Understatement. Da wäre es folgerichtig fast schade, wenn niemand merkt, wie teuer das Leichtmachen war.

Sportlenkrad mit Lamborghini-Wappen, 12-Uhr-Markierung und Alcantara-Bezügen im Innenraum des Urus SE Performante
Der Arbeitsplatz des Urus. Foto: SP-X/Killy

Das Ergebnis bewegt sich endgültig in Regionen, die vor einiger Zeit noch Supersportwagen vorbehalten waren. Nach 3,3 Sekunden stehen 100 km/h auf dem Tacho, nach 10,8 Sekunden sind es 200. Erst bei 312 km/h endet der Vortrieb. Lamborghini reklamiert damit den Titel des schnellsten SUV auf dem Markt für sich. Interessanter ist allerdings, was jenseits der Stammtischwerte passiert. Denn der neue Performante soll nicht einfach nur schneller sein als sein Vorgänger. Er soll gleichzeitig angenehmer werden.

Hochauflösendes digitales Kombiinstrument im Cockpit des Urus SE Performante mit Fahrzeug-Rendering und Carbon-Rahmen
Carbon-umrahmt: Das Fahrer-Display des Urus SE Performante. Foto: SP-X/Killy

Beim bisherigen Urus Performante setzte Lamborghini auf ein straffes Stahlfederfahrwerk. Das war auf der Rennstrecke prima, im Alltag allerdings weniger charmant. Die Kunden hätten sich mehr Komfort gewünscht, räumt Lamborghini ein. Also bekommt der Neue eine Zweikammer-Luftfederung mit elektronisch geregelten Dämpfern. Das System soll die Karosserie deutlich präziser kontrollieren und gleichzeitig Unebenheiten manierlicher verdauen. Die Wankbewegungen sollen gegenüber dem Vorgänger um 55 Prozent reduziert worden sein.

Hier wird der Urus interessanter als bei der Frage, ob nun 300 oder 312 km/h auf dem Datenblatt stehen. Denn Lamborghini versucht, zwei eigentlich gegensätzliche Autos in eines zu packen: den Supersportwagen und den Alltagswagen. Dazu gehört auch Technik aus den flacheren Geschwistern. Ein zentraler 6D-Sensor erfasst die Bewegungen des Fahrzeugs und liefert seine Daten an Fahrdynamik- und Bremssysteme. Die integrierte Bremsanlage kombiniert Rekuperation und mechanische Bremse. Aus Tempo 200 soll der mehr als zwei Tonnen schwere Urus in weniger als 130 Metern zum Stillstand kommen. Der Vorgänger benötigte laut Lamborghini 132 Meter.

Dass bei all der Elektronik die akustische Grundversorgung nicht zu kurz kommt, versteht sich in Sant’Agata Bolognese von selbst. Eine Titan-Abgasanlage gehört zur Serienausstattung, spart rund zehn Kilogramm und soll vor allem dafür sorgen, dass der V8 trotz Elektrifizierung weiterhin nach Lamborghini klingt.

Und weil ein 812-PS-SUV offenbar noch nicht genügend Möglichkeiten bietet, gibt es neben Strada, Sport und Corsa auch einen Rally-Modus. Lamborghini betont ausdrücklich, dass Kunden ihre Urus tatsächlich abseits befestigter Straßen bewegen sollen. Man habe den Wagen selbst auf schwierigem Untergrund getestet und sei von seinen Fähigkeiten überrascht gewesen. Was die reizvolle Vorstellung eröffnet, einem Carbon-dekorierten 312-km/h-SUV irgendwann im Schlamm zu begegnen.

Optisch bleibt der SE Performante unverkennbar Urus, wird aber aggressiver gezeichnet. Neue Schürzen, Splitter, Schweller, Diffusor und Heckspoiler sind nicht nur Dekoration. Der Abtrieb steigt laut Lamborghini um 60 Prozent. Wer anschließend noch Individualisierungsbedarf verspürt, kann aus mehr als 140 regulären Lackierungen wählen; über das Ad-Personam-Programm sind bis zu 400 Farbtöne und darüber hinaus Sonderwünsche möglich.

Das alles führt zurück zu jenem Widerspruch, der den Urus überhaupt erst erfolgreich gemacht hat. Ein Lamborghini soll eigentlich niedrig, laut, unbequem und vollkommen ungeeignet für Einkäufe jenseits von zwei Weinkisten sein. Der Urus hat dieses Prinzip bereits vor Jahren außer Kraft gesetzt.

Der neue Performante treibt es nun auf die Spitze. Er ist stärker und schneller, soll aber zugleich komfortabler und alltagstauglicher sein. Er kann elektrisch aus der heimischen Garage rollen, auf der Rennstrecke den Corsa-Modus bemühen und anschließend im Rally-Modus über Schotter jagen. Ein Familienauto also. Nur eben eines, das 312 km/h fährt – und komplett ausgestattet erst weit jenseits der 300.000 Euro zu haben sein wird.

Häufige Fragen zum Lamborghini Urus SE Performante (FAQ)

Wie schnell ist das schnellste SUV der Welt?

Der Lamborghini Urus SE Performante erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h und beschleunigt in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h sowie in 10,8 Sekunden auf Tempo 200.

Welche Leistung hat der Lamborghini Urus SE Performante?

Das Plug-in-Hybrid-System liefert eine Systemleistung von 597 kW (812 PS) und ein maximales Drehmoment von 1.000 Nm. Die rein elektrische Reichweite beträgt rund 60 Kilometer.

Warum ist der neue Performante trotz mehr Sportlichkeit komfortabler?

Statt des früheren, harten Stahlfederfahrwerks setzt Lamborghini nun auf eine Zweikammer-Luftfederung mit elektronisch geregelten Dämpfern. Dies reduziert Wankbewegungen um 55 Prozent und federt Bodenwellen im Alltag spürbar sanfter ab.

Was kostet der Lamborghini Urus SE Performante?

Voll ausgestattet und individualisiert über das Ad-Personam-Programm liegt der Lamborghini Urus SE Performante preislich weit jenseits von 300.000 Euro.

 

 

 

 

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Bruno Bissig Gründer & Chefredaktor
ist der Gründer und Chefredakteur von CARPIXX. Seit über 14 Jahren beobachtet und analysiert er den Schweizer Automobilmarkt direkt aus Zug. Als leidenschaftlicher Kenner der Branche hat er über 2.500 Beiträge veröffentlicht und sich auf die Kuratierung und Einordnung globaler Trends für die Schweizer Community spezialisiert. Sein Fokus liegt darauf, technologische Innovationen und Marktentwicklungen verständlich und praxisnah für Enthusiasten aufzubereiten.