Hitzefalle Auto im Sommer: Wie schnell parkende Fahrzeuge lebensgefährlich werden – und wie Sie im Notfall richtig reagieren
Ein in der Sonne geparktes Auto wird im Sommer extrem schnell zum gefährlichen Backofen: Bereits bei einer moderaten Außentemperatur von 28 Grad steigt die Temperatur im Innenraum nach 10 Minuten auf knapp 40 Grad und nach 20 Minuten auf rund 45 Grad. Nach anderthalb Stunden wird im Wageninneren eine Innentemperatur von fast 60 Grad erreicht. Da leicht geöffnete Fenster diesen extremen Treibhauseffekt nachweislich kaum abmildern, dürfen Kinder und Haustiere niemals im stehenden Fahrzeug zurückgelassen werden. Bei akuter, erkennbarer Lebensgefahr ist nach der Alarmierung von Rettungskräften (Polizei/Feuerwehr) das Einschlagen einer Seitenscheibe als Nothilfe zulässig.
SP-X/Köln. Ein Auto kann im Sommer schnell zum Backofen werden. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann gefährlich werden: für Fahrer, für Mitfahrer, für Kinder und Haustiere, aber auch für Technik und empfindliche Gegenstände. Was hilft, was schadet und wann man eingreifen muss.
Wie schnell wird es im Auto gefährlich heiß?
Sehr schnell – und nicht erst bei extremer Sommerhitze. Steht ein Auto in der Sonne, kann die Temperatur im Innenraum bei 28 Grad Außentemperatur schon nach zehn Minuten auf knapp 40 Grad steigen, nach 20 Minuten auf etwa 45 Grad. Nach anderthalb Stunden hat sich der Innenraum auf fast 60 Grad aufgeheizt. Leicht geöffnete Fenster ändern daran nur wenig. Während der Fahrt hingegen kühlt der Fahrtwind; zudem hat fast jedes Auto heute eine Klimaanlage.
Was sollte bei Hitze nicht im Auto bleiben?
Kinder und Tiere natürlich nie. Aber auch Gegenstände können zum Problem werden. Spraydosen wie Deo, Haarspray oder Reinigungsmittel gehören bei Hitze nicht ins Auto. Sie stehen unter Druck und können bei hohen Temperaturen bersten. Ebenfalls ungünstig sind Feuerzeuge, kohlensäurehaltige Getränke, Medikamente, Elektronik, Akkus, Powerbanks und empfindliche Karten aus Kunststoff. E-Autofahrer sollten etwa Ladekarten nicht hinter der Sonnenblende oder auf dem Armaturenbrett lagern. Dort wird es besonders heiß.
Was ist mit dem „Hundemodus“ bei E-Autos?
Ein Hundemodus kann den Innenraum eines geparkten Elektroautos klimatisieren und damit das Risiko eines Hitzschlags für ein Tier stark reduzieren. Trotzdem ist er keine Einladung, den Hund sorglos im Auto zu lassen. Die Technik kann ausfallen, die Batterie kann leerer werden, und je nach Fahrzeugmodell gibt es Einschränkungen. Wer den Hundemodus nutzt, sollte in der Nähe bleiben und jederzeit eingreifen können.
Darf ein Hund überhaupt kurz im Auto bleiben?
Bei Hitze möglichst nicht. Hunde können ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren, sondern vor allem durch Hecheln. In einem aufgeheizten Fahrzeug funktioniert das immer schlechter. Schon bei moderaten Außentemperaturen kann es im Innenraum nach kurzer Zeit gefährlich heiß werden. Für Hunde drohen Hitzschlag, Kreislaufversagen und Lebensgefahr.
Was tun, wenn ein Kind oder Tier im heißen Auto eingeschlossen ist?
Zuerst sollte man versuchen, den Halter zu finden, etwa durch Ausrufen im Geschäft oder an der Tankstelle. Parallel oder spätestens bei erkennbarer Gefahr sollten Polizei oder Feuerwehr verständigt werden. Ist akute Lebensgefahr erkennbar, kann es nötig sein, selbst einzugreifen und eine Scheibe einzuschlagen. Dabei sollte möglichst eine Seitenscheibe gewählt werden, die weit von Kind oder Tier entfernt ist. Hände und Unterarme sollten mit Jacke, Handtuch oder Handschuhen geschützt werden. Ein spitzer Gegenstand wie Hammer oder Stein wird am besten nahe am Rand angesetzt, raten die Autoglas-Spezialisten von Carglass. Danach müssen Scherben am Fensterrahmen entfernt werden, bevor man ins Fahrzeug greift.
Was tun, wenn ein Kind oder Tier im heißen Auto eingeschlossen ist?
Zuerst sollte man versuchen, den Halter zu finden, etwa durch Ausrufen im Geschäft oder an der Tankstelle. Parallel oder spätestens bei erkennbarer Gefahr sollten Polizei oder Feuerwehr verständigt werden. Ist akute Lebensgefahr erkennbar, kann es nötig sein, selbst einzugreifen und eine Scheibe einzuschlagen. Dabei sollte möglichst eine Seitenscheibe gewählt werden, die weit von Kind oder Tier entfernt ist. Hände und Unterarme sollten mit Jacke, Handtuch oder Handschuhen geschützt werden. Ein spitzer Gegenstand wie Hammer oder Stein wird am besten nahe am Rand angesetzt, raten die Autoglas-Spezialisten von Carglass. Danach müssen Scherben am Fensterrahmen entfernt werden, bevor man ins Fahrzeug greift.
Wie kühlt man den Innenraum am schnellsten herunter?
Zunächst sollte die heiße Luft raus. Also Türen öffnen, kurz lüften und am Anfang gern mit geöffneten Fenstern losfahren. Danach kann die Klimaanlage auf niedrige Temperatur und Umluft gestellt werden, um den Innenraum schnell abzukühlen. Diese Einstellung ist aber nur für die ersten Minuten sinnvoll. Sobald die Temperatur erträglich ist, sollte wieder Frischluft zugeschaltet und die Luft nicht direkt auf Gesicht oder Oberkörper gerichtet werden.
Welche Temperatur ist für die Klimaanlage sinnvoll?
Bei Außentemperaturen um 30 Grad reicht im Auto meist ein Wert in den unteren bis mittleren 20er-Graden. Zu große Temperaturunterschiede sind auf Dauer unangenehm und erschweren das Akklimatisieren beim Aussteigen. Außerdem muss die Klimaanlage dann besonders viel leisten, was bei Verbrennern den Kraftstoffverbrauch erhöht und auch bei E-Autos Strom kostet.
Steigert die Klimaanlage den Verbrauch deutlich?
Ja, aber je nach Fahrzeug und Situation unterschiedlich. Bei Verbrennern kann die Klimaanlage den Kraftstoffverbrauch spürbar erhöhen. Auch E-Autos verbrauchen Strom zum Kühlen. Allerdings ist der Reichweitenverlust im Sommer in der Regel deutlich geringer als der Mehrverbrauch durch Heizen im Winter.
Muss man mit dem E-Auto im Sommerstau Angst um die Batterie haben?
In der Regel nicht. In einem ADAC-Test hielt ein Tesla Model Y bei 35 Grad und simuliertem Sonnentag den Innenraum über acht Stunden unter 25 Grad. Der Stromverbrauch lag bei rund 12 kWh, also etwa 1,5 kWh pro Stunde. Das entspricht ungefähr acht Kilometern Reichweite pro Stunde. Eine gewisse Reserve sollte man trotzdem immer einplanen, vor allem vor langen Autobahnfahrten in der Ferienzeit.
Sind Flip-Flops beim Autofahren erlaubt?
Verboten sind sie nicht. Empfehlenswert sind sie trotzdem nicht. Mit Flip-Flops, Sandalen ohne festen Halt oder barfuß rutscht man leichter vom Pedal. Im Ernstfall kann das Bremsen erschwert werden. Wer längere Strecken fährt, sollte deshalb lieber Schuhe mit fester Sohle tragen.
Darf man mit freiem Oberkörper fahren?
Auch das ist nicht grundsätzlich verboten. Sicher ist es aber nicht. Der Gurt sollte eng am Körper anliegen. Bei nackter Haut kann es bei einem Unfall durch den Gurt zu schmerzhaften Reibungsverletzungen kommen. –
Häufig gestellte Fragen zu aufgeheizten Autos im Sommer