Elektrische Mercedes C-Klasse (2026): S-Klasse Komfort und 760 km Reichweite im neuen W 520

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Die neue elektrische Mercedes C-Klasse (W 520) leitet im Herbst 2026 die „Elektro-Offensive 2.0“ der Stuttgarter ein und bietet eine marktführende WLTP-Reichweite von bis zu 760 Kilometern. Auf Basis der neuen 800-Volt-Plattform (MB.EA) ermöglicht die Limousine das Nachladen von 320 Kilometern in nur zehn Minuten. Mit einem um zehn Zentimeter verlängerten Radstand für S-Klasse-Raumgefühl im Fond, dem neuen MB.OS-Betriebssystem und einer Systemleistung von 360 kW (490 PS) im C 400 4Matic setzt Mercedes neue technologische Maßstäbe im Mittelklasse-Segment.

SP-X/Faro. Den Einstieg in die Elektro-Mobilität vor einigen Jahren hatte man sich bei Mercedes sicher leichter vorgestellt. Doch Technik, Nachfrage und Ladeinfrastruktur griffen nicht wie gewünscht ineinander. Zudem kam das recht eigenwillige One-Bow-Design der EQ-Limousinen nicht an. Entsprechend mau waren die Verkaufszahlen. Nicht einmal in China, dem weltweit größten Markt für Elektroautos, konnten die Stuttgarter punkten, verloren im Reich der Mitte massiv Anteile.

Frontansicht der elektrischen Mercedes C-Klasse mit modern interpretiertem Gitter-Grill und LED-Scheinwerfern.
An den Start schicken die Stuttgarter ihre elektrische Limousine zunächst als C 400 4Matic. Foto: Mercedes-Benz

Mercedes-Benz feiert dieses Jahr sein 140-jähriges Bestehen

Mit der nun eingeleiteten Elektro-Offensive 2.0 will der Welt älteste Autobauer – dieses Jahr feiert man sein 140-jähriges Bestehen – der Branche zeigen, wie gut man seine Hausaufgaben gemacht und wie fortschrittlich man sich für die Zukunft aufgestellt hat. Entwickelt wurden zwei komplett neue Architekturen (jetzt 800 statt zuvor 400 Volt), die zu den momentan modernsten, leistungsfähigsten und effizientesten überhaupt gehören: MMA und MB.EA. Letztere ist für Modelle der Mittel- bis Luxusklasse bestimmt und wurde auf „Electric only“, also kompromisslos auf elektrischen Antrieb ausgelegt. Debütant war der kürzlich vorgestellte GLC mit EQ-Technologie.

Gelungene Proportionen

Auf gleicher Basis wird die elektrische C-Klasse (interner Code W 520) stehen. Ihr Marktstart soll im Herbst erfolgen, nahezu zeitgleich mit dem wichtigsten Wettbewerber, dem BMW i3. Wie die Münchener Limousine überzeugt auch die C-Klasse durch gelungene Proportionen und steht optisch solide auf ihren großen Rädern. Mercedes bleibt im Design allerdings eine Spur konservativer, zumindest was die Front angeht. Hier setzen die Stuttgarter auf eine moderne Interpretation ihres legendären Gitter-Grills aus den 70er-Jahren. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, ist optisch aber harmonischer gelöst als beim GLC.

Heckansicht der neuen Mercedes C-Klasse Elektro mit durchgehendem Leuchtenband und aerodynamischem Design.
Im Boden des C 400 4Matic stecken Zellen mit einer Kapazität von nutzbaren 94,5 kWh. Foto: Mercedes-Benz

Deutlich mehr Platz im Innenraum

Die rein elektrische Antriebsarchitektur schafft gegenüber der herkömmlichen Verbrennervariante deutlich mehr Platz im Innenraum. Allein der Radstand ist zehn Zentimeter länger. Im Fond sitzen Passagiere wie in der S-Klasse. Unterstützt wird das gute Raumgefühl durch das serienmäßige Panoramaglasdach. Wählt man das optional angebotenen Sky-Control-Dach, lässt sich das Glas sogar milchig schalten.

Die Rücksitzlehnen sind elektrisch umklappbar

Reichlich Raum findet sich auch im Heck. Der Kofferraum schluckt 470 Liter, die Rücksitzlehnen sind elektrisch umklappbar und erweitern die Variabilität enorm. Zusätzlich haben die Entwickler vorne unter der Haube eine Gepäckmulde geschaffen. Das „Frunk“ genannte Fach fasst 101 Liter und kann sehr gut für die Unterbringung des Ladekabels genutzt werden.

Luxuriöses Cockpit der elektrischen C-Klasse mit Hyperscreen, MBUX/MB.OS und Panoramaglasdach.
Bereits aus dem GLC bekannt ist die riesige Cockpit-Landschaft unter Glas. Foto: Mercedes-Benz

Hyperscreen und Superscreen

Bereits aus dem GLC bekannt ist die riesige Cockpit-Landschaft unter Glas. Mercedes spricht stolz von Hyperscreen und Superscreen. Der Unterschied besteht lediglich in der Abgrenzung der einzelnen Displays. Beiden gemeinsam: Dahinter verbirgt sich ein brandneues, von Mercedes selbst entwickeltes Bediensystem, genannt MB.OS. Die grafischen Darstellungen sind brillant, die Reaktionen superschnell, die Menüführung nahezu intuitiv und die Vielfältigkeit schlicht unglaublich. Doch die Kirsche auf der Sahne bildet zweifellos die Konversation mit dem KI-Assistenten, egal ob es um Navigation, Restaurantempfehlungen, Fragen zu touristischen Attraktionen oder um ganz simple Bedienbefehle geht. Man kann sich mit der KI-Dame fast so natürlich unterhalten wie mit einer leibhaftigen Person.

Verarbeitungsqualität und Materialien

Was Verarbeitungsqualität und Materialien betreffen, lässt sich Mercedes nicht die Butter vom Brot nehmen. Man hat kapiert, wie wichtig Haptik ist. Nie war eine C-Klasse feiner ausgekleidet. Mittelklasse wird hier neu definiert. Auch über die erstmalige Möglichkeit, in diesem Segment eine komplett und zudem zertifiziert vegane Innenausstattung zu bekommen. Mercedes ist hier der erste Hersteller weltweit, der das anbietet.

Zusätzliches 101 Liter Gepäckfach (Frunk) unter der Fronthaube der elektrischen Mercedes C-Klasse für Ladekabel.
Vorne gibt es einen Frunk. Foto: Mercedes-Benz

Mercedes-Benz C 400 4Matic

An den Start schicken die Stuttgarter ihre elektrische Limousine zunächst als C 400 4Matic (die sonst verwendete Zusatzbezeichnung EQ-Technologie entfällt erstmals) zu einem Preis von unter 70.000 Euro. Die Hauptantriebseinheit (PSM) mit Zweiganggetriebe sitzt bei allen C-Klasse-Modellen auf der Hinterachse. Die 4Matic-Version haben jeweils zusätzlich eine E-Maschine an der Vorderachse. Beim C 400 4Matic kommen beide Motoren auf eine Systemleistung von 360 kW/490 PS und 800 Newtonmeter, genug um die über zwei Tonnen schwere Limousine in nur 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h zu treiben. „Das ist die sportlichste C-Klasse, die wir je gebaut haben“, verspricht Entwicklungsvorstand Jörg Burzer, „und zugleich ermöglicht sie dank Luftfederung und Hinterachslenkung Fahrkomfort auf S-Klasse-Niveau.“

Eine WLTP-Reichweite von bis zu 760 Kilometern

Stolz sind die schwäbischen Ingenieure auch auf Batterie- und Ladetechnologie. Im Boden des C 400 4Matic stecken Zellen mit einer Kapazität von nutzbaren 94,5 kWh, was eine WLTP-Reichweite von bis zu 760 Kilometern ermöglichen soll. Dank der 800 Volt lassen sich binnen zehn Minuten „frische“ 320 Kilometer nachladen. Die C-Klasse könnte also mit nur einem kurzen Tankstopp eine Strecke von über 1.000 Kilometer zurücklegen. Damit dürfte dieses Mercedes-Modell keinen Grund mehr liefern, nicht elektrisch unterwegs zu sein. Auch dem vehementesten E-Mobilitätskritiker dürften die Argumente ausgehen.

Geöffneter Kofferraum der elektrischen C-Klasse mit 470 Liter Ladevolumen und elektrisch umklappbaren Rücksitzen.
Der Kofferraum schluckt 470 Liter, die Rücksitzlehnen sind elektrisch umklappbar und erweitern die Variabilität enorm. Foto: Mercedes-Benz

Weitere Modelle

Nach dem C 400 4Matic wird Mercedes weitere Versionen und welche mit nur Hinterradantrieb folgen lassen, darunter das vorläufige Einstiegsmodell C 250. In der Pipeline dürften zudem der C 300 und C 300 4Matic sein. Spekuliert werden darf, ob die Stuttgarter auch unterhalb des C 250 noch ein Modell – zum Beispiel den C 200 – positionieren, dessen Batterie dann statt mit NMC- mit der kostengünstigeren LFP-Chemie arbeitet. Offiziell bestätigt ist dies noch nicht, doch der Vertrieb könnte ein preislich attraktives Basismodell im Fokus haben, das auf dem Niveau eines entsprechenden Verbrenner-Pendants liegt.

Häufig gestellte Fragen zur elektrischen Mercedes C-Klasse

Wann kommt die elektrische Mercedes C-Klasse auf den Markt?

Der Marktstart der neuen elektrischen C-Klasse (W 520) ist für den Herbst 2026 geplant.

Wie hoch ist die Reichweite der elektrischen C-Klasse?

Das Modell C 400 4Matic erreicht dank einer 94,5 kWh Batterie eine WLTP-Reichweite von bis zu 760 Kilometern.

Wie schnell lädt die neue Mercedes C-Klasse?

Dank der neuen 800-Volt-Architektur kann die Limousine in nur 10 Minuten Strom für weitere 320 Kilometer nachladen.

Was kostet die elektrische C-Klasse?

Das Startmodell C 400 4Matic wird zu einem Preis von unter 70.000 Euro auf den Markt kommen.

 

 

 

 

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Bruno Bissig
ist der Gründer und Chefredakteur von CARPIXX. Seit über 14 Jahren beobachtet und analysiert er den Schweizer Automobilmarkt direkt aus Zug. Als leidenschaftlicher Kenner der Branche hat er über 2.500 Beiträge veröffentlicht und sich auf die Kuratierung und Einordnung globaler Trends für die Schweizer Community spezialisiert. Sein Fokus liegt darauf, technologische Innovationen und Marktentwicklungen verständlich und praxisnah für Enthusiasten aufzubereiten.