60 Jahre Alfa Romeo Spider: Die Geschichte einer zeitlosen italienischen Roadster-Legende
Der Alfa Romeo Spider (Tipo 105/115) feiert im Jahr 2026 sein 60. Jubiläum. Präsentiert im März 1966 auf dem Genfer Salon, gilt der von Battista Pininfarina entworfene Zweisitzer als Inbegriff des italienischen Dolce Vita. Über fast drei Jahrzehnte hinweg begeisterte der Spider mit seinen charakteristischen Formen – vom ursprünglichen Rundheck („Osso di Seppia“) bis zum späteren Fastback („Coda Tronca“) – und avancierte mit insgesamt 124.105 gebauten Einheiten zu einem der erfolgreichsten und populärsten Klassiker der Automobilgeschichte.
SP-X/Köln. Heute sind sie fast ausgestorben, die bezahlbaren offenen Zweisitzer. Cabrios scheinen nicht mehr in eine Zeit zu passen, in der die Welt durch multiple Krisen erschüttert wird. Vielleicht lohnt sich ein Blick zurück ins Frühjahr 1966, damals als kleine Sonnenstürmer wie der neue Alfa Romeo Spider die Leichtigkeit des italienischen Dolce Vita in die trübe Stimmung der ersten Nachkriegsrezession brachten.
„Schönster unter der Sonne“
Während die deutsche Alfa-Werbung den bei der Carrozzeria Pininfarina eingekleideten Sportler sofort zum „Schönsten unter der Sonne“ erklärte, störten sich die Fans klassischer Zweisitzer zunächst am langen hinteren Überhang des rundlichen Spiders, der einige Alfa-Werksangehörige an einen Tintenfischknochen erinnerte. Prompt war der Spitzname „Ossio di Seppia“ in der Welt, und Alfa suchte eilig mit einem Wettbewerb nach einem ebenso markanten wie klangvollen Namen für den Nachfolger der legendären Giulia Spider: Duetto sollte der neue Spider nun heißen, aber daraus wurde nichts, reklamierte doch ein italienischer Kekshersteller Namensschutz.
Der fast 30 Jahre lang verkaufte Spider wurde zum besten Botschafter für die Marke
Und so entwickelte sich der Sportwagen zur süßesten namenlosen Verführung unter der Sonne, denn Alfa verzichtete auf jedes Signet am Fahrzeug. Vielleicht die richtige Entscheidung: Der fast 30 Jahre lang verkaufte Spider wurde zum besten Botschafter für die Marke mit dem Mailänder Stadtwappen im Logo. Soundstarke Vierzylinder und regelmäßige, nicht immer gelungene Aktualisierungen der ikonischen Designlinien ließen den Spider alle Cabrio-Konkurrenten überleben – sogar auf den 1989 vorgestellten Mazda MX-5 antwortete Alfa noch mit einer Nachschärfung seines Klassikers, der damals bereits Legendenstatus besaß.
Gummilippen und Spoilerwerk
Pasta, Pizza, Chianti oder der Sommer an der Adria, diese Begriffe sind für die meisten Menschen mit lebensfroher Italianità konnotiert. Ähnliches gelang Alfa Romeo mit dem vor 60 Jahren eingeführten Spider, der sogar dann noch positive Emotionen vermittelte und von kritischen Medien gelobt wurde, als Alfa schlimmste Qualitätsdebakel wie den schnellrostenden Alfasud überstehen musste und – finanziell malade – 1986 an Fiat verkauft wurde. Ausgerechnet in jenem Jahr erreichte der inzwischen 20 Jahre alte und durch Gummilippen und Spoilerwerk verschandelte Spider seine besten Verkaufszahlen.
Der Sound bewirkte Gänsehautgefühle
Was nicht nur daran lag, dass der Fahrspaß-Italiener damals als vorläufig letzter bezahlbarer Zweisitzer die Roadster-Fahne hochhielt. Der Sound des kehlig-kraftvoll röhrenden und überaus drehfreudigen Vierzylinders bewirkte bei Tifosi mit Benzin im Blut Gänsehautgefühle wie Rockkonzerte mit Gianna Nannini oder Zucchero. Zu erleben damals bei lokalen Alfa-Händlern, die an „langen Samstagen“ gerne einen Spider mit laufendem Motor vor dem Showroom präsentierten, meist um Familienväter am Ende von den praktischen Vorzügen eines viertürigen Alfa 33 oder 75 zu überzeugen.
Der legendäre Konstrukteur Orazio Satta Puliga
Zwar eroberte der in weichen Linien gezeichnete Alfa Spider auch die Herzen der Frauen, aber er war ebenso wie die 1962 eingeführte Giulia, deren Großserien-Technik er nutzte, zunächst einmal ein Männerauto. Der legendäre Konstrukteur Orazio Satta Puliga kümmerte sich ums Antriebslayout, und Aldo Brovarone leitete die Designentwicklung bei Pininfarina, aber Battista Pininfarina – Gründer und Seniorchef der Carozzeria – ließ es sich nicht nehmen, selbst Einfluss auf die Serienversion des luftigen Sportlers zu nehmen. Es sollte sein letztes Auto sein, die Finalisierung des wenige Monate später folgenden und ebenfalls in seinen Werksanlagen karossierten Fiat 124 Spider erlebte Battista Pininfarina nicht mehr.
Kino-Blockbuster „Die Reifeprüfung“
Zu Sommernachtsträumen mutierten beide Spider, der erschwingliche Fiat sofort und in großen Stückzahlen. Der kostspielige 1,6-Liter-Alfa erst, nachdem sich die Alfisti an die unkonventionellen Formen gewöhnt hatten – und dazu trugen drei Männer und der 1967 lancierte Kino-Blockbuster „The Graduate – Die Reifeprüfung“ entscheidend bei. Zu „Scarborough Fair“ und anderen Kultsongs des Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel jagte Filmheld Benjamin Braddock alias Schauspielstar Dustin Hoffman mit seinem rassigen, roten Alfa Spider von Südkalifornien bis San Franzisco die Pazifikküste rauf und runter, immer auf der Suche nach dem Glück mit Mrs. Robinson bzw. mit ihrer Tochter Elaine. Das Publikum war begeistert – und die Amerikaner blieben bis Mitte der 1990er Jahre die größten Fans des italienischen Sportwagens, der für sie in mehreren „The Graduate“-Editionen aufgelegt wurde.
„Sein Preis ist ebenso sensationell wie seine Form“
Auch in Deutschland erlebte der Alfa Spider erst 1968/69 seinen Durchbruch, zumal es nun die erschwinglichere Basisversion 1300 Junior mit 64 kW/87 PS und alternativ den leistungsstärkeren Typ 1750 mit 87 kW/118 PS gab. „Sein Preis ist ebenso sensationell wie seine Form“, jubelte die Alfa-Werbung noch 1966, aber tatsächlich kostete der unkonventionell designte und 80 kW/109 PS bereithaltende Spider 1600 bis zu 25 Prozent mehr als sämtliche Konkurrenten wie Fiat 124, MG B, Sunbeam Alpine oder Triumph TR4A.
„Fastback“ mit gekapptem Heck im bereits damals Alfa-typischen „Coda-Tronca-Stil“
Ein Nachteil, den der Alfa anfangs auch nicht durch Siege in Vergleichstests der Fachmedien ausgleichen konnte: Speziell in den Kapiteln Leistung, Fahrspaß, Handlichkeit und Komfort setzte, der in den Werkshallen von Pininfarina karossierte und anschließend bei Alfa komplettierte Sportwagen Maßstäbe. Dann gelang Pininfarina ein Coup, der auch die letzten Designkritiker zufriedenstellte: Auf dem Brüsseler Salon 1969 präsentierte Sergio Pininfarina den Spider als „Fastback“. Fastback bedeutete allerdings nicht wie gewohnt Fließheck, sondern in diesem Fall Spider ohne Schwulst, sprich mit gekapptem Heck im bereits damals Alfa-typischen „Coda-Tronca-Stil“.
Fast 200 km/h schnell: Der Spider 2000 Veloce
Nun feierte die Sportwagen-Community den Zweisitzer endlich als formvollendet, außerdem krönte 1971 der 96 kW/131 PS starke und fast 200 km/h schnelle Spider 2000 Veloce die Baureihe. Im reifen Alter von mittlerweile fünf Jahren erfuhr Pininfarinas avantgardistisches Sportwagen-Design nun auch höchste Anerkennung: Auf dem Catwalk des Pariser Salons 1971 zählte der Alfa Spider zu den besonderen Highlights einer Ausstellung automobiler Haute Couture. Während die Zeit über Roadster-Rivalen wie die britischen Bestseller MG B und Triumph TR hinwegging und Sicherheitsexperten die Zukunft von Cabriolets ohne Überrollbügel grundsätzlich in Frage stellten, genügten dem Alfa Spider kleine Auffrischungen für ausreichende Absatzzahlen.
Der Open-Air-Star aus bella Italia
In den 1980ern war der Open-Air-Star aus bella Italia für eine ganze Generation zum Inbegriff für automobile Leidenschaft avanciert, von diesem Sockel stürzte er nicht einmal durch Gummi-Ornamente, die ihm Alfa 1983 verpasst hatte. Erst die Neuerfindung des britischen Roadsters durch den japanischen Mazda MX-5 führte 1990 auch zu einer Rückbesinnung bei Alfa. In harmonischer, klassischer Fastbackform feierte der Spider seine letzten vier Verkaufsjahre, eine Erfolgsstory, an die keiner der Frontantriebs-Nachfolger anknüpfen konnte. Heute zählt Battista Pininfarinas letztes Meisterwerk zu den populärsten H-Kennzeichen-Klassikern – wahre Amore währt ewig.
Chronik Alfa Spider:
1946: Orazio Satta Puliga wird bei Alfa Romeo Leiter der Entwicklungs- und Versuchsabteilung, später technischer Direktor der Marke. Puliga zeichnet für das technische Konzept des 1966 vorgestellten Alfa Spider verantwortlich
1959: Auf dem Genfer Salon 1959 und auf dem Genfer Salon 1960 werden die Pininfarina-Entwürfe Spider Super Sport bzw. Coupé Speciale vorgestellt. Diese indizieren die Form der vorderen Kotflügel und die seitlich ausgekehlte Fahrzeugflanke des für 1966 vorgesehenen Serien-Spider ebenso wie der Alfa Romeo 3500 Super Flow
1961: Auf dem Turiner Salon zeigt der Giulietta Spider Speciale eine weitere Designevolution in Richtung Serienauto. Das Werk in Portello ist für Alfa zu klein geworden, deshalb wird in Arese am Rand von Mailand ein neues Werk bezogen
1962: Das Giulietta SS Coupé debütiert als Concept auf dem Genfer Salon und nähert sich der finalen Form des späteren Serien-Spider an. Das unter Chef-Konstrukteur Orazio Satta Puliga entwickelte Modell Alfa Romeo Giulia (Tipo 105) debütiert, dies zunächst als familientaugliche und sportliche Limousine. Die Giulia liefert die Basis für ein Baukastensystem, aus dem 1963 das Coupé Giulia Sprint GT („Bertone“-Coupé) und 1964 die wenig erfolgreiche Cabriolet-Variante Giulia GTC hervorgehen
1965: Letztes volles Produktionsjahr für den Spider-Vorgänger Alfa Romeo Giulia Spider, von dem seit 1962 insgesamt 10.341 Einheiten gebaut wurden. Der Giulia Spider war allerdings nur eine Evolution des Giulietta Spider, der von 1955 bis 1962 in 17.096 Einheiten entstand
1966: Am 10. März feiert der Alfa Romeo Spider 1600 auf dem Genfer Salon Weltpremiere, dies mit dem 1,6-Liter-Vierzylinder der Giulia Sprint Veloce. Der Zweisitzer ist der letzte Pininfarina-Entwurf, der in der Ära von Battista Pininfarina ausgeführt wurde. Battista Pininfarina stirbt am 3. April, wenige Tage nach der Presse-Fahrvorstellung des Alfa Romeo Spider. Ein Namenswettbewerb für den Alfa Spider mit 104.501 Teilnehmern bringt Vorschläge wie Lollobrigida, Sputnik, Lucia, Pizza, Gin, Al Capone, Stalin, Patricia und Giuliana. Sieger wird die Bezeichnung Duetto – eine nette Referenz an die zwei Sitze, zwei Vergaser und zwei Nockenwellen. Allerdings reklamiert der Süßwarenhersteller Pavesi Namensschutz für Duetto, so heißt damals ein Schokoladenkeks. Im Mai 1966 wird ein Duetto an Bord des modernen und luxuriösen italienischen Transatlantik-Liners Raffello nach New York überführt (1.300 Premierengäste feierte das Auto auf dem Schiff) und in Amerika als Inbegriff italienischer Lebensart vorgestellt. Im amerikanischen Blockbuster „The Graduate“ („Die Reifeprüfung“) besetzt der Spider die automobile Hauptrolle und wird so global bekannt. Ab November bietet Alfa ein von Pininfarina entworfenes Hardtopdach an. Insgesamt 3.300 Alfa Spider werden im ersten Jahr ausgeliefert. Wichtigster Wettbewerber des Alfa Spider ist der ebenfalls 1966 vorgestellte und preiswertere Fiat 124 Spider
1967: Autodelta bietet einen leistungsgesteigerten Spider 1600 mit 160 PS für 200 km/h Vmax an. Ate-Scheibenbremsen ersetzen die Dunlop-Bremsen. Alfa liefert 3.812 Spider aus
1968: Alfa liefert in diesem Jahr nur 3.329 Spider aus. Der Spider 1750 Veloce debütiert im Januar auf dem Brüsseler Salon zu Preisen ab 13.575 Mark als Nachfolger des 1600 Duetto, dessen letzte Exemplare Anfang 1968 ausgeliefert werden. Abgesehen vom größeren Motor auch Modifikationen wie Holzlenkrad, Wischermotor mit zwei Geschwindigkeiten, Außenspiegel serienmäßig an der Fahrertür und Schriftzug 1750 auf Kofferraumdeckel. Neues Einstiegsmodell wird im Juli zu Preisen ab 10.990 Mark der 1300 Spider Junior mit einfacher Ausstattung wie Scheinwerfer ohne Plexiglashauben und Entfall der Ausstellfenster und des hinteren Querstabilisators, außerdem Kunststoff- statt Holzlenkrad. Der 1750 Spider wird mit Spica-Benzineinspritzung in die USA exportiert. Insgesamt werden bis 1973 vom 1750 Spider 8.701 Einheiten gebaut, davon 4.027 Einheiten nach US-Spezifikationen
1969: Der Österreicher Rudolf Hruska, seit 1951 als Berater tätig, wird Entwicklungschef von Alfa Romeo. Im Rahmen einer Modellüberarbeitung ersetzt Alfa das umstrittene Rundheck („Osso die Sepia“) durch ein „Fastback“, auch „Coda Tronca“ genannt. Der Begriff Fastback irritiert zwar, werden doch allgemein nur Fließheckmodelle so genannt, aber das Alfa-Marketing nutzt das Wort für den vertikalen Heckabschluss. Die Außenabmessungen des Spider reduzieren sich dabei von 4,25 auf 4,12 Meter, allerdings wächst das Gepäckraumvolumen durch die neue geradlinige Heckgestaltung. Debüt des Fastback-Spider am 29.10. auf dem Turiner Salon; die Auslieferung erfolgt allerdings erst ab 1970, dies in den Versionen 1300 Junior und 1750 Veloce. Der 1750 kann in Deutschland als 2+2-Sitzer zugelassen werden. Alfa liefert in diesem Jahr dennoch lediglich 3.185 Spider aus, davon werden 1.146 Fahrzeuge in die USA exportiert
1971: Alfa liefert in diesem Jahr 5.443 Spider aus, das beste Jahresergebnis in dieser Dekade. Im Juni Vorstellung des Spider 2000 Veloce als neues Spitzenmodell der Baureihe. 80 Prozent der Produktion des Spider 2000 werden nach Nordamerika geliefert. Auf dem Pariser Salon steht der Pininfarina-Stand mit den Exponaten Alfa Romeo Spider, Peugeot Riviera Break, Fiat 130 Coupé und Lancia 2000 Coupé im Zentrum einer eigenen Designausstellung
1972: Neu geordnetes Programm mit Spider 1300 Junior, 1600 Junior und 2000 Veloce. Der 1,6-Liter-Motor ist eine Evolution des früheren Duetto-Aggregats
1975: Die Länge des Spider 2.0i für die USA wächst durch voluminösere Stoßfänger auf 4,22 Meter. In diesem Jahr liefert Alfa Romeo insgesamt 227.531 Fahrzeuge aus, bis Ende der 1970er Jahre ist Alfa Romeo trotz roter Zahlen in der Bilanz noch einmal ein weltweit agierender Großserienhersteller, der sogar in Deutschland als wichtigstem Exportmarkt Achtungserfolge gegen BMW einfährt
1976: Alfa verdoppelt seine Garantieversprechen in Deutschland auf zwölf Monate nach Qualitätsproblemen mit dem Alfasud, dennoch ist auch die Nachfrage nach dem Spider rückläufig. 4.471 Spider liefert Alfa global aus, zwei Jahre später sind es nur 3.918 Einheiten
1977: Kopfstützen sind Serienausstattung beim Spider, vorher nur Option. Für den US-Markt wird der Alfa Spider mit Abgaskatalysator lieferbar. Niki Lauda wird vom Brabham-Alfa-Romeo-Teamchef Bernie Ecclestone als Fahrer für die kommende Formel-1-Saison verpflichtet. Niki Lauda signiert die ersten 999 Giulietta-Fahrzeuge und ist Alfa-Markenbotschafter. Im Modelljahr 1978 debütiert die auf 350 Einheiten limitierte Alfa Romeo Spider Niki Lauda Special Edition
1978: Pininfarina feiert das voll ausgelastete Werk Grugliasco mit den Modellen Alfa Spider, Fiat 124 Spider und Peugeot 504 Coupé bzw. Cabrio
1981: Die Spider-Produktion geht auf 1.436 Einheiten zurück
1983: Im März zeigt Alfa die dritte Serie des Spider auf dem Genfer Salon, dies mit großem Frontspoiler, Gummilippe am Heck und üppig dimensionierten Stoßfängern. Die Gesamtlänge von Spider 1.6 und 2.0 wächst auf 4,27 Meter. Inoffiziell wird diese dritte Serie des Spider „Aerodinamica“ genannt
1985: Bei Alfa werden in diesem Jahr nur noch 147.385 Fahrzeuge produziert
1986: 20 Jahre nach Marktstart erlebt der Spider das beste Jahr seiner Karriere, denn er wird in 7.015 Einheiten ausgeliefert. Die Ford Motor Company ist an einer Übernahme von Alfa Romeo interessiert, den Zuschlag erhält aber Fiat unter Giovanni Agnelli, damit kommt Alfa Romeo nach 37 Jahren wieder in Privatbesitz. Modifikationen im Interieur des Spider, erkennbar am neuen Instrumententräger. Neu ist außerdem die Spitzenausstattung 2000 Quadrifoglio Verde, die auf dem Genfer Salon vorgestellt wird. In den USA (wichtigster Markt) gibt es das 2,0-Liter-Katalysator Modell jetzt in den drei Versionen Graduate (Reminiszenz an das von Dustin Hoffman gefahrene Auto im gleichnamigen Film), Quadrifoglio und Veloce
1990: Die vierte und letzte, abermals von Pininfarina gestaltete Serie des Spider läuft an mit Spoilern und Kunststoffanbauteilen in Wagenfarbe sowie durchgängigem Leuchtenband am Heck im Stil des Alfa 164. Der Fahrerairbag ist nun Standard. Die Gesamtlänge beträgt nun 4,26 Meter. In vierter und finaler Version debütiert der Spider im Januar auf der Detroit Auto Show, allerdings gab es schon technische und optische Zwischenmodelle zwischen dritter und vierter Serie, die im September 1989 auf der IAA in Frankfurt zu sehen waren 1993: Produktionsauslauf für den klassischen Spider. Der Abverkauf bei den Händlern läuft noch bis 1994. Im letzten vollen Jahr ging 75 Prozent der Spider-Produktion in die USA. Insgesamt wurden vom Alfa Romeo Spider 124.105 Einheiten gebaut
1994: Ein neuer Spider (Tipo 916) mit Vorderradantrieb löst den seit 1966 gebauten klassischen Spider mit Hinterradantrieb ab. Der neue Spider verfügt erstmals über Frontantrieb und Quermotoren, darunter auch Sechszylinder
2006: Die vorerst letzte Spider-Generation debütiert auf dem Genfer Salon. Unter der internen Bezeichnung Spider 939 wird der offene Zweisitzer bis Juni 2010 produziert
2015: Eine neue Generation der Giulia (Serie 952) debütiert im Juni in Arese und feiert im Folgejahr Marktstart, auf eine neue Generation des Spider verzichtet Alfa Romeo. Stattdessen wird der Fiat 124 Spider revitalisiert, dies auf Basis des Mazda MX-5
2016: Der Alfa Spider ist in Deutschland bei den Oldtimern mit H-Zulassung das häufigste Modell einer Importmarke mit steigenden Bestandszahlen
2021: Alfa Romeo wird eine von 19 Marken im neu gegründeten Stellantis-Konzern
2026: Vor 60 Jahren debütierte der Alfa Spider (Duetto), ein Jubiläum, das von Alfa Romeo und den Fans gefeiert wird
Ausgewählte Preise Alfa Romeo Spider:
Alfa Romeo Spider 1600 (1966) ab 12.990 Mark
Alfa Romeo Spider 1600 (1968) ab 12.991 Mark
Alfa Romeo Spider 1750 Veloce (1968) ab 13.453 Mark
Alfa Romeo Spider 1300 Junior (1969) ab 10.989 Mark
Alfa Romeo Spider 1750 Veloce (1969) ab 13.575 Mark
Alfa Romeo Spider 1300 Junior (1970) ab 11.250 Mark
Alfa Romeo Spider 1750 Veloce (1970) ab 13.750 Mark
Alfa Romeo Spider 1300 Junior (1974) ab 14.490 Mark
Alfa Romeo Spider 2000 Veloce (1974) ab 17.690 Mark
Alfa Romeo Spider 1300 Junior (1977) ab 16.990 Mark
Alfa Romeo Spider 1600 (1977) ab 17.990 Mark
Alfa Romeo Spider 2000 Veloce (1977) ab 19.990 Mark
Alfa Romeo Spider 2000 Veloce (1980) ab 23.990 Mark
Alfa Romeo Spider 1.6 (1984) ab 26.220 Mark
Alfa Romeo Spider 2.0 (1984) ab 27.830 Mark
Alfa Romeo Spider 2.0 (1987) ab 31.990 Mark
Alfa Romeo Spider 2.0 Katalysator (1987) ab 34.990 Mark
Alfa Romeo Spider 2.0 (1993) ab 43.900 Mark
Wichtige Motorisierungen Alfa Romeo Spider:
Alfa Romeo Spider 1600 (1966-1968) mit 1,6-Liter-Benziner, 80 kW/109 PS, Vmax 182-185 km/h;
Alfa Romeo Spider 1750 Veloce (1967-1971) mit 1,8-Liter-Benziner, 85 kW/115 PS bzw. 84 kW/114 PS bzw. 83 kW/113 PS bzw. 87 kW/118 PS, Vmax 188-190 km/h;
Alfa Romeo Spider 1300 Junior (1968-1977) mit 1,3-Liter-Benziner, 64 kW/87 PS bzw. 65 kW/89 PS, Vmax 168-170 km/h;
Alfa Romeo Spider 2000 Veloce (1971-1982) mit 2,0-Liter-Benziner, 94 kW/128 PS bzw. 96 kW/131 PS, Vmax 190-198 km/h;
Alfa Romeo Spider 1.6 Junior/1600 Junior/1600 Veloce (1972-1981) mit 1,6-Liter-Benziner, 76 kW/104 PS bzw. 80 kW/109 PS, Vmax 175-185 km/h;
Alfa Romeo Spider 1.6 (1983-1986) mit 1,6-Liter-Benziner, 76 kW/104 PS, Vmax 178-180 km/h;
Alfa Romeo Spider 1.6 (1986-1989) mit 1,6-Liter-Benziner, 74 kW/101 PS bzw. 76 kW/103 PS, Vmax 180 km/h;
Alfa Romeo Spider 2.0 (1983-1989) mit 2,0-Liter-Benziner, 92 kW/125 PS bzw. 93 kW/127 PS bzw. 94 kW/128 PS bzw. 86 kW/117 PS mit Katalysator, Vmax 185-192 km/h;
Alfa Romeo Spider 1.6 (1990-1993) mit 1,6-Liter-Benziner, 78 kW/106 PS bzw. 80 kW/109 PS, Vmax 180 km/h;
Alfa Romeo Spider 2.0 (1990-1993) mit 2,0-Liter-Benziner, 86 kW/117 PS bzw. 88 kW/120 PS bzw. 90 kW/122 PS, Vmax 190 km/h.
Häufig gestellte Fragen zum Alfa Romeo Spider
Der Alfa Romeo Spider 1600 feierte seine Weltpremiere am 10. März 1966 auf dem Genfer Automobil-Salon[cite: 733].
Dieser italienische Begriff bedeutet „Tintenfischknochen“ und war der Spitzname für die erste Serie des Spiders aufgrund seines charakteristischen, rundlichen Hecks[cite: 687, 688].
In dem US-Blockbuster „The Graduate“ (1967) spielte ein roter Alfa Spider an der Seite von Dustin Hoffman die automobile Hauptrolle und verhalf dem Modell zu globalem Kultstatus[cite: 703, 704, 742].
Das ursprüngliche Rundheck wurde 1969 durch ein aerodynamisch-kantiges Heck ersetzt, das unter der Bezeichnung „Fastback“ oder „Coda Tronca“ bekannt wurde[cite: 710, 711, 752].