Schweizer Nutzfahrzeugmarkt 2026: Elektrifizierung beschleunigt – Jeder vierte schwere Lastwagen fährt bereits mit Strom
Wie entwickelt sich der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt und der Anteil elektrischer Lastwagen 2026?
Nach den ersten drei Quartalen 2026 zeigt sich der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt mit insgesamt 28’431 Neuzulassungen (+0,9 %) stabil. Während der Gesamtmarkt stagniert, schreitet die Dekarbonisierung im Schwerverkehr zügig voran: 27,4 Prozent aller neu immatrikulierten schweren Nutzfahrzeuge (847 Einheiten) verfügen über einen vollelektrischen Antrieb. In der Gewichtsklasse zwischen 3,5 und 16 Tonnen liegt der E-Anteil sogar bei 40,8 Prozent. Wasserstoff- und Erdgasantriebe bleiben mit zusammen nur sechs Neuzulassungen eine Nische, während Reisebusse und Cars ein deutliches Wachstum von 35 Prozent verzeichnen.
Bern, im Oktober 2026
Der Nutzfahrzeugmarkt kommt nach neun Monaten angesichts eines leichten Plus von 0,9 Prozent nicht recht vom Fleck. Hingegen gewinnt die Elektrifizierung des Schweizer Lastwagenmarktes weiter an Fahrt: Von Januar bis
September 2026 verfügte bereits mehr als jedes vierte neu immatrikulierte schwere Nutzfahrzeug über 3,5 Tonnen
Gesamtgewicht über einen reinelektrischen Antrieb. Besonders dynamisch entwickelt sich das Segment zwischen
3,5 und 16 Tonnen Gesamtgewicht, in dem elektrische Fahrzeuge bereits über 40 Prozent der Neuzulassungen
ausmachen.
• Der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt entwickelt sich nach drei Quartalen insgesamt stabil (+0,9 Prozent).
• Leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen legen um 0,8 Prozent zu.
• Die Personentransportfahrzeuge wachsen um 2,2 Prozent.
• Schwere Nutzfahrzeuge bleiben mit einem Minus von 0,4 Prozent praktisch auf Vorjahresniveau.
• Bereits 27,4 Prozent aller neu immatrikulierten schweren Nutzfahrzeuge fahren reinelektrisch.
• Im Segment von 3,5 bis 16 Tonnen liegt der Elektrofahrzeuge-Anteil bereits bei über 40 Prozent.
Nutzfahrzeugmarkt kommt nicht recht vom Fleck
Nach drei Quartalen 2026 zeigt sich der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt insgesamt stabil. Von Januar bis Ende September 2026 wurden 28’431 leichte und schwere Sachen- sowie Personentransportfahrzeuge in Verkehr gesetzt, was einem Plus von 0,9 Prozent entspricht. Die leichten Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wachsen gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent auf 20’741 Neuzulassungen. Auch die Personentransportfahrzeuge legen um 2,2 Prozent zu und weisen bisher 4’596 Immatrikulationen aus.
Bei den schweren Nutzfahrzeugen über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wurden von Januar bis September 3’094 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem leichten Minus von 0,4 Prozent entspricht. Während die Gewichtskategorie von 16 bis 32 Tonnen um 2,8 Prozent zulegen konnte, schrumpfte der Markt für schwere Nutzfahrzeuge in der Gewichtsklasse von 3,5 und 16 Tonnen um 12 Prozent
Elektroantriebe etablieren sich im Nutzfahrzeugmarkt
Der Anteil reinelektrischer Fahrzeuge bei den schweren Nutzfahrzeugen ab 16 Tonnen erreichte per Ende September 27,4 Prozent. Insgesamt wurden 847 Elektrolastwagen neu immatrikuliert. Im Segment zwischen 3,5 und 16 Tonnen Gesamtgewicht liegt der Elektro-Anteil sogar bei 40,8 Prozent. Im September lag der Anteil reinelektrischer Fahrzeuge bei den Neuzulassungen bei über 30 Prozent.
Thomas Rücker, Direktor von auto-schweiz, sagt: «Die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugmarktes gewinnt sichtbar an Fahrt und Bedeutung. Viele Unternehmen finden heute für immer mehr Transportaufgaben passende elektrische Fahrzeuge. Das spiegelt sich zunehmend auch in den Neuimmatrikulationen wider. Der Entscheid des
Bundesparlamentes zu Gusten der Investitionssicherheit bei der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) schafft die nötige Investitionssicherheit, dass dieser Trend weiter anhält.»
Wasserstoff und Gas-Antriebe bleiben Randerscheinungen
Andere alternative Antriebe spielen im Markt weiterhin eine untergeordnete Rolle. Seit Jahresbeginn wurden fünf
Brennstoffzellenfahrzeuge und ein gasbetriebenes schweres Nutzfahrzeug ab 3,5 Tonnen neu zugelassen.
Cars auf der Überholspur
Die Personentransportfahrzeuge – darunter Wohnmobile, Kleinbusse, Cars und Busse – konnten von Anfang Jahr bis Ende September um 2,2 Prozent zulegen. Besonders erfreulich entwickelte sich dabei das Segment der Busse und Cars. Diese haben um 35 Prozent zugelegt und erreichten insgesamt 559 Neuzulassungen im laufenden Kalenderjahr.
Insgesamt knapp 202’000 neue Motorfahrzeuge
Insgesamt wurden von Januar bis September 2026 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 201’968 Personenwagen und Nutzfahrzeuge neu immatrikuliert. Die Personenwagen-Neuzulassungen lagen dabei mit 173’537 Fahrzeugen um 2,7 Prozent über dem Vorjahreswert, während sich der Nutzfahrzeugmarkt insgesamt stabil
entwickelte.
Dieser Text stammt von Frank Keidel, Mediensprecher auto-schweiz
Titelbild: tanit – stock.adobe.com
Häufige Fragen zum Schweizer Nutzfahrzeugmarkt 2026 (FAQ)
Wie hoch ist der Anteil an Elektro-Lastwagen in der Schweiz?
Von Januar bis Ende September 2026 lag der Anteil vollelektrischer Antriebe bei schweren Nutzfahrzeugen über 3,5 Tonnen bei 27,4 Prozent (847 Neuzulassungen). In der mittleren Gewichtsklasse von 3,5 bis 16 Tonnen Gesamtgewicht fuhren sogar 40,8 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge rein elektrisch.
Wie viele Nutzfahrzeuge wurden in den ersten neun Monaten 2026 immatrikuliert?
Insgesamt wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 28’431 leichte und schwere Sachentransport- sowie Personentransportfahrzeuge neu in Verkehr gesetzt. Das entspricht einem leichten Zuwachs von 0,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode.
Welche Rolle spielen Wasserstoff- und Gasantriebe bei Schweizer LKW?
Wasserstoff- und Gasantriebe bleiben im Schweizer Markt Randerscheinungen. In den ersten neun Monaten 2026 wurden lediglich fünf Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge und ein gasbetriebenes schweres Nutzfahrzeug ab 3,5 Tonnen neu zugelassen.
Welche Fahrzeugkategorien wachsen 2026 am stärksten?
Das stärkste prozentuale Wachstum verzeichnet das Segment der Reisebusse und Cars mit einem Plus von 35 Prozent (559 Neuzulassungen). Leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen legten um 0,8 Prozent auf 20’741 Einheiten zu, während die Gesamtklasse der schweren Nutzfahrzeuge mit -0,4 Prozent (3’094 Einheiten) leicht unter dem Vorjahr blieb.