PHEV-Rabattschlacht: Wie BYD mit bis zu 47 Prozent Preisvorteil den Markt aufrollt
Laut einer aktuellen Branchenanalyse des Center Automotive Research (CAR) schwappt der aggressive chinesische Automobil-Preiskampf mit voller Wucht nach Europa: Der chinesische Marktführer BYD drängt mit massiven Nachlässen in das Segment der Plug-in-Hybride (PHEV) und sicherte sich im Mai mit einem Marktanteil von 15,4 Prozent zeitweise mehr Neuzulassungen als VW, Audi, BMW und Mercedes-Benz. Bei Modellen wie dem Mittelklassekombi BYD Seal 6 DM-i Touring ermittelte CAR bei Online-Vermittlern Rabatte von 31,8 Prozent (Seal U DM-i: 27,5 Prozent). In Kombination mit staatlichen Umweltförderungen von bis zu 4’500 Euro summieren sich die rechnerischen Preisvorteile auf bis zu 47 Prozent, womit BYD sinkende Absätze auf dem heimischen Heimatmarkt aggressiv über Billigexporte nach Europa kompensiert.
SP-X/Bochum. Der aktuell auf dem chinesischen Automarkt tobende Preiskampf hat zunehmend auch Auswirkungen auf Autopreise in Deutschland und sorgt für Verschiebungen bei den Marktanteilen der Hersteller. Besonders deutlich zeigt sich das nach einer Analyse des Center Automotive Research (CAR) bei Plug-in-Hybriden. Eine zentrale Rolle spielt dabei BYD: Der chinesische Hersteller erreicht seit April zweistellige Anteile am deutschen PHEV-Markt, im Mai lag er mit 15,4 Prozent sogar vor VW, Audi, BMW und Mercedes.
Niedrige Listenpreise mit hohen Nachlässen
Erkauft wird der Erfolg laut CAR über den Preis. BYD kombiniert vergleichsweise niedrige Listenpreise mit hohen Nachlässen. Beim Mittelklassekombi Seal 6 DM-i Touring ermittelte CAR im August bei Internetvermittlern 31,8 Prozent Rabatt, beim Seal U DM-i waren es 27,5 Prozent. Damit liegen die Rabatte deutlich über dem Schnitt der Top-15-PHEV-Modelle, die mit durchschnittlich rund 20 Prozent rabattiert werden. CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht darin einen „Export des Preiskriegs aus China“. Dort schrumpft der Markt allgemein und speziell auch für BYD, was der Konzern mit einer Steigerung der Ausfuhren in die Exportmärkte kompensiert, wo die ausgeführten Fahrzeuge mit sehr niedrigen Preisen erfolgreich vermarktet werden.
Elektroautos bleiben teurer als Verbrenner
Bei den tatsächlichen Kaufpreisen bleiben Elektroautos hingegen teurer als Verbrenner. Der von CAR errechnete Abstand der durchschnittlichen Transaktionspreise sank im August zwar von 2.363 auf 2.249 Euro, liegt damit aber deutlich über den 1.328 Euro vom Dezember 2025. Als Transaktionspreis definiert CAR den Listenpreis abzüglich der ermittelten Rabatte.
Dudenhöffer sieht die staatliche E-Auto-Förderung kritisch
Bei reinen Elektroautos beobachtet CAR, dass Hersteller seit Einführung der Prämie ihre eigenen Nachlässe teilweise reduziert haben. Bei Plug-in-Hybriden könne die Förderung dagegen den ohnehin starken Preisdruck zusätzlich verschärfen: Addiert man zu den hohen BYD-Rabatten die maximale staatliche Prämie von 4.500 Euro, ergeben sich bei einzelnen Modellen rechnerische Preisvorteile von bis zu 47 Prozent. Einen Nachweis dafür, warum die Förderung in beiden Segmenten offenbar unterschiedlich auf die Herstellerpreise wirkt, liefert die Analyse allerdings nicht.
Und wie sieht es in der Schweiz aus?
Im Gegensatz zu Deutschland gibt es hierzulande weder staatliche Umweltprämien noch eine flächendeckende, offizielle Rabattschlacht des Generalimporteurs. Zwar sind die Listenpreise aufgrund unserer tieferen Mehrwertsteuer- und Zollansätze strukturell anders kalkuliert, der offizielle Vertrieb läuft primär über gezielte Leasing- und Finanzierungsangebote. Wer dennoch auf ein Schnäppchen hofft, wird vereinzelt bei freien Händlern und Garagen (wie etwa Auto Züri West) fündig: Auf Autoplattformen wie Comparis lassen sich bei ausgewählten PHEV-Lagerfahrzeugen wie dem BYD Seal U DM-i durchaus ansehnliche Händlernachlässe entdecken – ein systematischer Preiskrieg wie im Nachbarland bleibt vorerst jedoch aus.
Häufig gestellte Fragen zur PHEV-Rabattschlacht und BYD