Alpine A110 Future: So startet der Kult-Sportwagen mit 800-Volt-Technik ins Elektrozeitalter

Lesezeit Less than 1 minute Minuten

Mit dem Prototyp Alpine A110 Future gibt die französische Performance-Marke auf dem Festival of Speed in Goodwood einen konkreten, seriennahen Ausblick auf ihren ersten rein elektrischen Sportwagen. Das flache, kompakte Zweisitzer-Coupé debütiert auf einer völlig neuen, hauseigenen Performance Platform, die mit hochmoderner 800-Volt-Technik für extrem kurze Ladestopps und eine leichtere Leistungselektronik sorgt. Um die markentypische, kompromisslose Agilität ins Elektrozeitalter zu retten, setzen die Entwickler auf eine klassische Sportwagen-Gewichtsverteilung von 40:60 sowie ein für Elektrofahrzeuge aussergewöhnlich niedriges Leergewicht von unter 1’500 Kilogramm.

SP-X/Goodwood. Auf dem Festival of Speed in Goodwood feierte die neue Alpine A110 Future ihren ersten öffentlichen Auftritt. Oder zumindest ein sehr seriennaher Vorläufer. Denn viel mehr als die Proportionen wollte Alpine noch nicht zeigen. Die dunkelgraue Lackierung, einfache Leuchten und einige bewusst schlicht gehaltene Details deuten darauf hin, dass sich designmäßig beim Serienmodell noch einiges ändern kann. Aber entscheidend ist ohnehin, was unter der Karosserie steckt.

Minimalistische Draufsicht auf den Prototyp der Alpine A110 Future in dunklem Metallic-Grau mit einem blauen Schriftzug auf dem Dach und weissen Rennstreifen auf Front und Heck. Foto: Alpine
Minimalistische Draufsicht auf den Prototyp der Alpine A110 Future in dunklem Metallic-Grau mit einem blauen Schriftzug auf dem Dach und weissen Rennstreifen auf Front und Heck. Foto: Alpine

Die nächste A110 wird zum ersten rein elektrischen Sportwagen der Marke 

Dort beginnt für Alpine eine neue Ära. Die nächste A110 wird zum ersten rein elektrischen Sportwagen der Marke und gleichzeitig zum Debüt einer völlig neuen Plattform. Das aktuelle Schwestermodell A390, ein 4,60 Meter langes Crossover-Coupé, fährt zwar ebenfalls elektrisch. In Sachen Fahrdynamik, Gewicht und Konzept spielt die A110 aber in einer ganz anderen Liga.

Performance Platform

Die nächste Generation baut auf der von Alpine entwickelten Performance Platform auf, die auch der mit Radnabenmotoren ausgestattete und 555 PS starke Renault 5 Turbo 3E nutzt. Diese Architektur ist konsequent für sportliche Fahrzeuge ausgelegt und soll künftig mehrere Alpine-Modelle tragen. Den Anfang macht jedoch ausgerechnet jenes Coupé, das für viele Fans als Herzstück der Marke gilt.

800-Volt-Technik

Die Plattform basiert auf einer 800-Volt-Technik. Sie ermöglicht höhere Ladeleistungen und damit kürzere Ladestopps. Die geringeren Stromstärken erlauben dünnere Kabel und eine leichtere Leistungselektronik. Bislang findet sich die 800-Volt-Technik überwiegend in deutlich größeren und teureren Elektroautos. Alpine bringt sie nun in ein kompaktes Sportcoupé.

Der Akku übernimmt dabei eine Schlüsselrolle

Alpine nutzt nahezu jeden freien Zentimeter im Fahrzeugboden oder unter den Sitzen für die Batteriemodule. Das drückt den Schwerpunkt konsequent nach unten und soll die Grundlage für jenes agile Fahrverhalten schaffen, das die heutige A110 auszeichnet.

Leergewicht von weniger als 1,5 Tonnen an

Das macht die Aufgabe für die Entwickler nicht gerade einfacher. „Jeder kann einen 500 oder 600 PS starken Zweisitzer bauen. Aber das mit weniger als 1.500 Kilogramm und der richtigen Agilität zu schaffen, ist eine andere Geschichte“, sagt Markenchef Philippe Krief. Die Ingenieure peilen deshalb ein für ein Elektroauto außergewöhnlich niedriges Leergewicht von weniger als 1,5 Tonnen an. Möglich machen sollen das die neue Plattform, konsequenter Leichtbau und die kompakte Bauweise.

Im Fokus: Das Fahrerlebnis

Mindestens ebenso viel Wert legt man im Entwicklungszentrum in Dieppe aufs Fahrerlebnis. Neben dem niedrigen Schwerpunkt soll eine für Sportwagen typische Gewichtsverteilung von 40:60 die Agilität des Sportwagens ins Elektrozeitalter fortschreiben. Dazu trägt auch der kompakte Zuschnitt bei. Anders als viele elektrische Sportwagen bleibt die A110 ein flaches Zweisitzer-Coupé und wächst nicht zum Gran Turismo heran. Obwohl rund um den Zweisitzer noch andere Varianten wie Roadster oder sogar ein kompakter Viersitzer entstehen sollen.

Premiere am Autosalon in Paris

Bis zum Autosalon in Paris im Oktober soll das fertige Modell stehen. Dass der Prototyp bereits weit entwickelt ist, zeigt er in Goodwood auf den berühmten Hill Climb. Aber auch dort, zwischen einem Mercedes-AMG CLA und dem neuen BMW i3 wirkt das flache Coupé beinahe wie ein Fremdkörper, wenn es fast lautlos zwischen Heuballen und Steinmauern den 1,89 Kilometer langen Kurs hinaufjagt.

A110 auch mit Hybridmotor?

In ein paar Jahren könnte sich das aber auch ganz anders anhören. Denn trotz des ersten elektrischen Auftritts hält sich Alpine eine Hintertür offen. Die neue Performance-Plattform ist als Multienergie-Architektur ausgelegt und könnte auch einen Verbrennungsmotor aufnehmen. Nicht auszuschließen also, dass die A110 künftig auch mit einem Hybridmotor vorfährt.

Häufig gestellte Fragen zur Alpine A110 Future

Wann wird die fertige elektrische Alpine A110 vorgestellt?
Das finale Serienmodell des elektrischen Sportwagens soll im Oktober auf dem Autosalon in Paris offiziell präsentiert werden.
Wie schwer ist die elektrische Alpine A110 Future?
Die Ingenieure in Dieppe peilen dank konsequentem Leichtbau und einer kompakten Bauweise ein für ein Elektroauto bemerkenswert niedriges Leergewicht von unter 1’500 Kilogramm an, um das agile Handling des Vorgängers beizubehalten.
Welche Vorteile bietet die neue Plattform der Alpine A110 Future?
Die neu entwickelte „Performance Platform“ setzt auf eine 800-Volt-Architektur. Das ermöglicht deutlich höhere Ladeleistungen für kürzere Ladestopps sowie dünnere Kabel, was wiederum Gewicht bei der Leistungselektronik einspart. Zudem sind die Batteriemodule so im Fahrzeugboden und unter den Sitzen verteilt, dass ein extrem tiefer Schwerpunkt entsteht.
Wird die neue Alpine A110 ausschliesslich elektrisch angetrieben?
Obwohl der Fokus auf dem reinen Elektroantrieb liegt, ist die neue Performance-Plattform als Multienergie-Architektur konzipiert. Dadurch hält sich Alpine eine Hintertür offen, um das Coupé in Zukunft bei Bedarf auch mit einem Verbrennungs- oder Hybridmotor auszustatten.
 

 

 

 

 

 

Autoren-Avatar
Bruno Bissig Gründer & Chefredaktor
ist der Gründer und Chefredakteur von CARPIXX. Seit über 14 Jahren beobachtet und analysiert er den Schweizer Automobilmarkt direkt aus Zug. Als leidenschaftlicher Kenner der Branche hat er über 2.500 Beiträge veröffentlicht und sich auf die Kuratierung und Einordnung globaler Trends für die Schweizer Community spezialisiert. Sein Fokus liegt darauf, technologische Innovationen und Marktentwicklungen verständlich und praxisnah für Enthusiasten aufzubereiten.