Audi RS 5 (2026) im Fahrbericht: Brachiale 639 PS Plug-in-Power für Limousine und Avant

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Der neue Audi RS 5 kombiniert als High-Performance-Plug-in-Hybrid erstmals zwei Motoren zu einer hocheffizienten Gesamtkomposition. Ein 2,9-Liter-V6-Biturbo leistet zusammen mit einer starken E-Maschine eine Systemleistung von 470 kW (639 PS) und mobilisiert ein maximales Systemdrehmoment von 825 Nm. Trotz eines Gewichts von knapp 2,4 Tonnen sprintet der Sportler in nur 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die 22-kWh-Batterie sorgt für eine rein elektrische Reichweite von bis zu 83 Kilometern. Die Preise starten in Deutschland bei 106.500 Euro für die Limousine und 107.850 Euro für den Avant.
 
SP-X/Saalfelden. Schon beim ersten Blick auf den neuen Sportler der 5er-Reihe von Audi wird klar: Hier steht kein Möchtegern-Sportler mit den üblichen optischen Attributen. Hier steht einer, der es ernst meint: Abgedunkelte Matrix-LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht-Signatur in Zielflaggenoptik sorgen für den entschlossenen Blick. Dazu kommen ein großer, dreidimensionaler Wabengitter-Singleframe, Air Curtains, hinten ein massiver Diffusor und zwei gewaltige Auslässe für die Sportabgasanlage, dazwischen machen neun Zentimeter mehr Breite als beim Standard-A5 und bis zu 21 Zoll große Räder Eindruck. Klare Botschaft: Der will nicht nur spielen.
 
Die Heckansicht des roten Audi RS 5 Avant in einer Kurve mit markantem Diffusor und den zwei gewaltigen Endrohren der RS-Sportabgasanlage.
Die ausgestellten Radhäuser, 21-Zöller und der Diffusor samt Sportabgasanlage machen ordentlich was her. Foto: Tobias Sagmeister/Audi

Audi RS mit zwei Motoren

Eine Ansage, die sich beim Blick auf die technischen Neuheiten fortsetzt. Denn erstmals stattet Audi einen RS mit zwei Motoren aus. Der 2,9 Liter große V6-Biturbo liefert bereits muntere 375 kW/510 PS. Dazu gesellt sich noch eine E-Maschine mit 130 kW/177 PS. Unterm Strich kommen eine Systemleistung von 470 kW/639 PS und ein maximales Systemdrehmoment von 825 Nm zusammen. Reichlich Leistung, die der RS 5 dank Allradantrieb und der durch die Plug-in-Technik mögliche Dynamic Torque Control auch eindrucksvoll auf den Asphalt bringt.

Ein roter Audi RS 5 beim kontrollierten Donut-Drift im sportlichsten Fahrmodus auf der nassen Fahrbahn eines Handlingkurses.
Er kann’s: Im allersportlichsten Modus des RS 5 sind auch gelungene Donut-Drifts kein Problem. Foto: Tobias Sagmeister/Audi

Diese Weltneuheit baut auf der 400-Volt-Architektur des E-Antriebsstrangs auf und sorgt über einen in Millisekunden reagierenden Aktuator an der Hinterachse für maximale Traktion und Stabilität. Zudem ermöglicht es ein flinkeres Einlenken in schnellen Kurven und reichlich Vortrieb am Kurvenausgang. Kongenial unterstützt wird das System dabei vom RS-Sportfahrwerk mit 2-Ventil-Dämpfer-Technologie und wahlweise den kräftig dimensionierten Stahl- oder Keramikbremsen.

Fahrkomfort

Durchgehender Eindruck bei den Fahrten auf Landstraßen und auf dem Handlingkurs: Auch wer die sportlicheren Fahrmodi anwählt, und es richtig krachen lässt, wird im RS 5 nicht grob durchgeschüttelt: Eine Portion Fahrkomfort ist immer gewährleistet. Die etwas direkter als beim A5 übersetzte Lenkung komplettiert das Fahrerlebnis zwischen leise und rein elektrisch und extrem dynamisch mit gut vernehmbaren Verbrennungsgeräuschen.

Nahaufnahme des Fahrzeughecks der dunkelgrauen Audi RS 5 Limousine mit dem Modellschriftzug, dem E-Kennzeichen und den ausgestellten Radhäusern.
An der Potenz des Antriebs lässt auch die Rückseite der RS 5-Limousine keine Zweifel. Foto: Tobias Sagmeister/Audi

Schon die reinen Papierwerte sind angesichts des Gewichts von knapp 2,4 Tonnen beeindruckend. 3,6 Sekunden vergehen beim Standard-Sprint auf 100 Sachen, bei 250 oder mit optionalem Sport Paket bei 285 km/h ist Schluss. In der Realität fühlt sich das mindestens ebenso eindrucksvoll an. Der RS 5, ob Limousine oder Avant, geht in jeder Situation sehr nachdrücklich zur Sache. Wobei die Spreizung zwischen zurückhaltend und brutal sehr breit ausgefallen ist. Von der sanften Kombination aus Comfort- und EV-Modus bis zur Einstellung RS Torque Rear, die dem, der das braucht, dank reichlich Kraft an der Hinterachse gezielte Drifts ermöglicht. Und das ganz ohne Heimtücke, sondern gut einschätzbar und mit einer großen Portion Spaß.

Verschiedene Fahrmodi zur Auswahl

Für den Einsatz auf öffentlichen Straßen stehen außer Comfort auch die Modi Balanced, Efficiency und Dynamic zur Wahl. Außer EV für möglichst rein elektrisches Fahren kann man auch noch die Betriebsmodi Hybrid, Hold/Battery Management und Boost aktivieren. Bei Letzterer wird per Knopfdruck für zehn Sekunden etwa beim Überholen die volle Systemleistung abgerufen.

Der geöffnete, ebene Kofferraum des roten Audi RS 5 Avant zur Veranschaulichung des praktischen Ladevolumens.
Die Kofferräume der beiden RS 5-Versionen (hier der Kombi) sind nicht übermäßig groß ausgefallen. Foto: Tobias Sagmeister/Audi

Der RS 5 ist ein Hochleistungs-Plug-in-Hybrid. Maximale Effizienz stand also nicht ganz oben im Lastenheft, der E-Antrieb gibt der Gesamtkomposition nochmal einen kräftigen Dynamik-Kick. Aber natürlich kann man mit Limousine wie mit Kombi tatsächlich auch recht verbrauchsgünstig unterwegs sein. Die Batterie mit einer Netto-Kapazität von 22 kWh reicht laut WLTP-Norm für rund 80 Kilometer, sie kann in zweieinhalb Stunden mit maximal elf kW von leer auf voll gebracht werden. Erkenntnis bei den Testfahrten im Salzburger Land: Es ist wirklich angenehm, mit dem Sport-Boliden auch flüsterleise durch Ortschaften und über Landstraßen gleiten zu können.

Cockpit

Das Cockpit des RS 5 wirkt wie um den Menschen am Steuer herumgebaut, man fühlt sich gut aufgehoben und ideal platziert. Die Innenausstattung ist vielfältig individualisierbar. Rechts neben dem Zentralinstrument im 11,9-Zoll-Format ist das 14,5 Zoll große Touchdisplay platziert. Der Mensch auf dem rechten Vordersitz hat serienmäßig ein 10,9 Zoll großes Display vor Augen. Ein empfehlenswertes Extra ist darüber hinaus das sehr gut ablesbare und informative Head-up-Display. Komplettiert wird die Info-Zentrale unter anderem durch RS-spezifische Anzeigen, abrufbare Performance-Daten wie G-Kräfte, Reifenwerte oder Energieströme. Für den Einsatz auf der Rennstrecke gibt es die Möglichkeit, Streckenprofile zu programmieren, Fahrdaten und Rundenzeiten aufzuzeichnen. Den Nachweis über eine besonders schnelle Runde kann man per Video aus der Rückspiegel-Dashcam erbringen.

Blick in das fahrerfokussierte Cockpit des Audi RS 5 mit dem großen digitalen Instrumenten-Verbund und sportlichen RS-Elementen.
Das Cockpit des RS 5 wirkt wie um den Menschen am Steuer herumgebaut, man fühlt sich gut aufgehoben und ideal platziert. Foto: Tobias Sagmeister/Audi

Der Innenraum ist sportlich-knackig eingerichtet, mit passendem Mobiliar und angenehmen Materialien im RS-Look. Das Platzangebot ist in Relation zu den durchaus erwachsenen Außenmaßen nicht üppig, aber vollkommen ausreichend. Bei den Verstau-Talenten liegen die beiden je 4,90 Meter langen Neuzugänge im Mitbewerber-Umfeld nicht ganz vorne: Die Limousine schluckt 331 bis 1.150 Liter Gepäck, der Avant 361 bis 1.302 Liter. Aber dafür dürfen sie beide ordentlich schleppen: Die maximale Anhängelast liegt bei 2.100 Kilo.

Reichlich Fahrspaß

Die Kombination aus Plug-in-Technik und Hochleistungs-Limousine oder -Kombi ist spannend, sie bietet reichlich Fahrspaß und die Möglichkeit, je nach Situation von ziemlich vernünftig bis krass dynamisch unterwegs zu sein. Das muss man sich aber erst mal leisten können, denn der RS 5 ist nur für sechsstellige Summen zu haben. Die Limousine kostet ab 106.500 Euro (Schweiz ab CHF 114’550.-), der Avant ab 107.850 Euro (Schweiz ab CHF 116’400.-). Ein kleiner Trost: das Finanzamt kassiert wegen der elektrischen Reichweite von 83 Kilometern nur ein halbes Prozent dieser Bruttolistenpreise als geldwerten Vorteil.

Die sportlich gestaltete Rücksitzbank im Fond des Audi RS 5 mit markanten roten Sicherheitsgurten und gesteppten Lederpolstern.
Auch im Fond des Audi-Sportlers kann man es gut aushalten, zumindest auf den Fensterplätzen. Foto: Tobias Sagmeister/Audi

Audi RS 5 Avant – Technische Daten (Limousine in Klammern):

Fünftüriger Kombi der Oberklasse mit Plug-in-Hybrid; Länge: 4,90 Meter, Breite: 1,95 Meter (mit Außenspiegeln: 2,10 Meter), Höhe: 1,45 -1,47 Meter (1,43 – 1,45 Meter), Radstand: 2,91 Meter, Kofferraumvolumen: 361 – 1.302 Liter (331 – 1.150 Liter)

Antrieb: 2,9-Liter-Sechszylinder-Benziner, 375 kW/510 PS, maximales Drehmoment: 600 Nm bei 2.000 – 5.000 U/min, maximale Systemleistung 470 kW/639 PS, maximales Systemdrehmoment 825 Nm, Allradantrieb, 8-Gang-Automatik, 0 – 100 km/h: 3,6 s, Vmax: 250 km/h (abgeregelt, optional 285 km/h), rein elektrisch 140 km/h, E-Reichweite bis zu 83 km, Normverbrauch: 3,9 – 4,5 (3,3 – 4,3) Liter/100 Kilometer (WLTP), 9,6 – 10,2 (9,5 – 10,0) Liter/100 km (bei entladener Batterie, kombiniert), Stromverbrauch 17,8 – 18,7 (17,7 – 18,4) kWh/100 km (gewichtet kombiniert), CO2-Ausstoß: 88 – 102 (86 – 98) g/km (WLTP), Emissionsnorm: Euro 6e-bis.

Preis: Avant ab 107.850 Euro (Schweiz ab CHF 116’400.-) / Limousine ab 106.500 Euro (Schweiz ab CHF 114’550.-)

Häufig gestellte Fragen zum neuen Audi RS 5 Hybrid

Was kostet der neue Audi RS 5 als Limousine und Kombi?
Die Preise für den Hochleistungssportler starten bei 106.500 Euro (Schweiz ab CHF 114’550.-) für die Limousine. Der praktische Kombi (Avant) ist ab einem Grundpreis von 107.850 Euro (Schweiz ab CHF 116’400.-) erhältlich.
Welche Antriebs- und Leistungswerte bietet der RS 5 Hybrid?
Erstmals kombiniert Audi im RS 5 einen 2,9-Liter-V6-Biturbo (510 PS) mit einer E-Maschine (177 PS). Daraus resultiert eine Systemleistung von 639 PS (470 kW) und 825 Nm Drehmoment, die das Fahrzeug in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultieren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt ab Werk bei 250 km/h und lässt sich optional auf 285 km/h anheben.
Wie hoch ist die elektrische Reichweite und welche steuerlichen Vorteile gibt es?
Die Batterie bietet eine Netto-Kapazität von 22 kWh, was laut WLTP-Norm für eine rein elektrische Reichweite von bis zu 83 Kilometern ausreicht. Dank dieser Reichweite profitieren Dienstwagenfahrer in Deutschland von einer reduzierten Versteuerung: Das Finanzamt berechnet für den geldwerten Vorteil lediglich ein halbes Prozent des Bruttolistenpreises.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bruno Bissig
ist der Gründer und Chefredakteur von CARPIXX. Seit über 14 Jahren beobachtet und analysiert er den Schweizer Automobilmarkt direkt aus Zug. Als leidenschaftlicher Kenner der Branche hat er über 2.500 Beiträge veröffentlicht und sich auf die Kuratierung und Einordnung globaler Trends für die Schweizer Community spezialisiert. Sein Fokus liegt darauf, technologische Innovationen und Marktentwicklungen verständlich und praxisnah für Enthusiasten aufzubereiten.