Fünf Messestars aus Tokio, die wir auch gerne hätten: Her mit den coolen Japanern!

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Japanische Autohersteller zeigen auf der Mobility Show faszinierende Fahrzeuge, die oft dem lokalen Markt vorbehalten bleiben. Fünf dieser Modelle – darunter der Daihatsu Copen, der Honda Super One und der Toyota Century SUV – wecken großes Interesse in Europa. Diese fünf japanischen Messestars vereinen den kultigen Kei-Car-Charme oder das robuste SUV-Design mit moderner Technik, was sie zu begehrenswerten Ergänzungen für den europäischen Markt machen würde. 

SP-X/Tokio. Sie sind winzig, sie sind cool und sie würden sich auch im Straßenbild unserer vom Dauerstau geplagten Metropolen gut machen: Wer auf dem Weg zur Japan Mobility Show oder später im Big-Sight-Gelände die vielen Kei-Cars sieht, würde manche davon am liebsten einpacken und gleich mit nach Hause nehmen. Und bei ihrem knappen Format und geringen Gewicht müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn die nicht sogar ins Handgepäck passen würden. Doch leider Pech gehabt: Neuheiten wie der nächste Daihatsu Copen oder der Honda Super-One werden den europäischen Kunden erst einmal vorenthalten. Und das sind nicht die einzigen Autos, die auf der Messe unbefriedigte Begehrlichkeiten wecken. Auch bei den SUV und den Vans haben die Japaner ein paar spannende Neuheiten, die sie bedauerlicherweise lieber für sich behalten. Dabei würden wir uns diese fünf Local Heros lieber heute als morgen auch bei uns wünschen.

Gegen den Daihatsu Copen ist selbst der Mazda MX-5 ein ausgewachsenes Auto. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger
Gegen den Daihatsu Copen ist selbst der Mazda MX-5 ein ausgewachsenes Auto. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger

Daihatsu Copen: Wirbelwind für die Westentasche

 Gegen ihn ist selbst der Mazda MX-5 ein ausgewachsenes Auto und ein BMW Z4 fast schon riesig. Kein Roadster ist so klein und knackig wie der Daihatsu Copen. Kein Wunder, dass der Zweisitzer nicht nur in Japan eine große Fangemeinde hat. Die war entsprechend geschockt, als die Toyota-Tochter für nächstes Jahr das Ende des Bonsai-Roadsters angekündigt hat – und atmet jetzt erleichtert auf, weil nun die dritte Generation gesichert ist. Und auch wenn Daihatsu noch nichts zum Motor sagt, lässt ein technisches Detail aufhorchen: Zum erstenmal sprechen die Japaner von Heckantrieb, was noch mehr Fahrspaß vermuten lässt. Offiziell ist und bleibt der Copen erstmal ein rein japanisches Vergnügen, erst recht, nachdem sich Daihatsu aus Europa längst abgemeldet hat. Doch anderseits sortiert Toyota seine Markenfamilie gerade neu und könnte dem Zweisitzer so wieder den Weg in die Welt ebnen. Schließlich sind die Cabrio-Zulassungen überall auf dem Globus rückläufig, so dass die Japaner vielleicht ein paar Stückzahlen aus dem Westen gerne mitnehmen. 

Der Toyota Land Cruiser bekommt einen kleinen Bruder. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger
Der Toyota Land Cruiser bekommt einen kleinen Bruder. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger

Toyota Land Cruiser FJ: Kommando coole Kante

 Der Land Cruiser ist Legende – und weltweit eine feste Größe im Toyota-Programm. Einziger Haken: Als ernsthafte Geländewagen ist er nicht nur groß, sondern auch teuer und deshalb für viele Fans unerreichbar. Immer wieder hat Toyota darum für einzelne Regionen kleinere und bezahlbarere Ableger entwickelt, die wie der FJ Cruiser in den USA selbst Kultstatuts erlangt haben. Nur Europa ist dabei immer leer ausgegangen. Wenn’s dumm läuft, wird das auch diesmal so kommen. Denn aktuell ist der neue FJ allein für Asien, Mittel- und Südamerika vorgesehen. Dabei würde kantig-coole Kraxler gut auch zu uns passen. Schließlich ist er rund 35 Zentimeter kürzer als das Original und sieht obendrein noch ein bisschen moderner aus. Vor allem aber hat er deutlich mehr Charakter als etwa ein RAV4 und genau wie der neue Defender oder die kommende Baby-G-Klasse das Zeug zum Designstatement. Nur am Antrieb müssten sie wohl noch ein bisschen was machen für den Export. Denn ein 2,7 Liter großer Vierzylinder mit gerade mal 163 PS passt bei uns nicht mehr so recht in die Zeit. Aber wem, wenn nicht dem Hybridweltmeister Toyota, sollte da keine Lösung einfallen. 

In Asien stehen Vans wieder der Nissan Elgrand seit je her hoch im Kurs. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger
In Asien stehen Vans wieder der Nissan Elgrand seit je her hoch im Kurs. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger

Nissan Elgrand: Ein Traum von Raum

 Bei uns haben sie nach wie vor ein eher nüchternes Image und gelten oft als hübsch gemachte Nutzfahrzeuge. Doch in Asien stehen Vans seit je her hoch im Kurs, weil sie auch unterwegs so etwas wie Privatsphäre und Rückzugsort bieten und weil es etwa in Tokio überall so eng zugeht, dass die Japaner wenigstens im Auto mal im Raum schwelgen wollen. Nissan hat in diesem Segment lange eine große Rolle gespielt, dann aber die Zügel schleifen lassen. Doch jetzt melden sich die Japaner nach 14 Jahren mit einem neuen Elgrand zurück. Der sieht mit seinem beleuchteten Kühlergrill auch in der Serie so futuristisch aus, als sei er noch eine Designstudie und beamt zum Beispiel den VW ID.Buzz direkt ins Museum und die Mercedes V-Klasse gleich mit. Dazu gibt’s dank e-Power-Antrieb elektrisches Fahren ohne Laden, ein wohnliches Innenleben mit reichlich Hightech freihändiges Fahren im Stadtverkehr und auf der Autobahn. Für Handel und Handwerk mag der Elgrand viel zu schade sein, aber als Pampersbomber wäre der auch bei uns perfekt.

Century wird zu einer eigenen Marke im Toyota-Konzern. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger
Century wird zu einer eigenen Marke im Toyota-Konzern. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger

Toyota Century SUV: Cullinan können wir auch 

 Zwar war Century bis vor kurzem eine hoffnungslos verknöcherte Traditionsmarke, die allein für die heimische Elite eine betont klassische Stufenhecklimousine im XXL-Format gebaut hat. Doch schon bevor der edelste Toyota-Ableger die Messegäste mit einem SUV-Coupé und der globalen Kampfansage an Rolls-Royce & Co geschockt hat, haben sich die Japaner ein wenig dem Trend geöffnet – und ein klassisches SUV aufgelegt. Ähnlich groß und fast genauso gezeichnet wie der Cullinan, fährt es mit einem über 400 PS starken Plug-In-Hybrid und wäre bei uns die Idealbesetzung für alle Geltungssüchtigen, denen schon jetzt zu viele große Geländewagen aus England herumfahren – egal ob nun mit Rolls-Royce-Logo, Bentley-Badge oder Land-Rover-Lettern. Wer weiß, vielleicht werden deren Wünsche sogar bald erhört. Denn wenn es Toyota ernst meint mit dem Export von Century, dann müssen sie alle Modelle global anbieten und nicht nur den neuen Blickfang aus dem Big-Sight-Messezentrum. 

Der Honda Super One ist nicht nur klein und knackig, sondern lässt auch die Muskeln spielen. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger
Der Honda Super One ist nicht nur klein und knackig, sondern lässt auch die Muskeln spielen. Foto: SP-X/Benjamin Bessinger

Honda Super One – der Wunderwürfel

 Er ist eines der coolsten Kei-Cars dieser Saison. Denn der Honda Super One ist nicht nur klein und knackig, sondern lässt auch die Muskeln spielen. Nicht umsonst haben die Japaner den Wunderwürfel in ein Tuning-Kit mit dicken Backen und breiten Schwellern gesteckt. Und weil nur wegen des E-Antriebs nicht auch der Spaß auf der Strecke bleiben soll, gibt’s einen Fake-Sound und sogar ein simuliertes Doppelkupplungsgetriebe ähnlich wie im neuen Prelude. Zwar sind Kei-Cars eine rein japanische Angelegenheit, doch macht Honda die Tür nach Europa schon mal einen spaltweit auf: Wenn der Super One im nächsten Jahr in Serie geht, soll er auch in England angeboten werden. Wenn dann noch jemand das Lenkrad umbaut, könnte es auch diesseits des Kanals klappen. 

Häufig gestellte Fragen zu den Japan-Exklusiven Automodellen

Welche Besonderheit hat der neue Daihatsu Copen?
Die dritte Generation des Daihatsu Copen soll erstmals mit Heckantrieb ausgestattet werden, was auf noch mehr Fahrspaß hindeutet.
Welche Alternative zum großen Geländewagen zeigt Toyota?
Toyota präsentiert den Land Cruiser FJ, einen kantigen und coolen Ableger, der rund 35 Zentimeter kürzer als das Original ist.
Was ist der Nissan Elgrand und welches Antriebskonzept nutzt er?
Der Nissan Elgrand ist eine luxuriöse Großraumlimousine (Van) für den asiatischen Markt, die dank e-Power-Antrieb elektrisches Fahren ohne Ladevorgang ermöglicht.
Gegen welche Luxus-SUV tritt der Toyota Century SUV an?
Der Toyota Century SUV (mit Plug-In-Hybrid) ist ähnlich groß und positioniert sich als Kampfansage gegen Modelle wie den Rolls-Royce Cullinan.
Was ist das Besondere am Honda Super One?
Der Honda Super One ist ein cooles, elektrisches Kei-Car, das mit einem Tuning-Kit, Fake-Sound und einem simulierten Doppelkupplungsgetriebe für mehr Fahrspaß sorgt.