Audi setzt auf die Formel 1: Neustart mit Klarheit, Tempo und neuer Markenstrategie
Audi nutzt den Formel-1-Einstieg ab 2026 als strategischen Wendepunkt. Mit klarerem Design, weniger Komplexität und neuen Hybridantrieben will die Marke aus der Krise steuern und international wieder stärker wachsen.
SP-X/München. Audi nutzt die Formel 1 ab 2026 nicht nur als Bühne für ein Motorsport-Comeback, sondern als Katalysator für eine umfassende Erneuerung der Marke. Mit dem „R26 Concept“ präsentierte Audi in München erstmals einen konkreten Ausblick auf das Fahrzeugdesign, das künftig nicht nur die Königsklasse repräsentieren soll, sondern auch die Designsprache kommender Serienmodelle prägen wird. Klare Linien, reduzierte Formen und ein markantes Farbtrio in Titanium-Grau, Carbon-Schwarz und einem neu entwickelten Audi Rot markieren den Startpunkt eines neuen Markenauftritts.
Warum Audi jetzt einen Neustart braucht
Die wirtschaftlichen Herausforderungen sind erheblich. US-Zölle belasten die Verkaufszahlen, eine lokale Produktion in den USA fehlt. Gleichzeitig gewinnen chinesische Hersteller im E-Segment an Stärke und setzen Audi zunehmend unter Druck. Auch in Europa geraten die Ingolstädter ins Hintertreffen. CEO Gernot Döllner fordert deshalb einen radikalen Strategiewechsel, der unter dem Leitmotiv „Strive for Clarity“ steht: weniger Komplexität, klarere Entscheidungen und ein prägnanteres Markenbild.
Einfachere Modellpalette, weniger Varianten
Heute müssen Audi-Kunden sich durch unzählige Motor-, Getriebe- und Ausstattungskombinationen arbeiten. Diese Vielfalt soll künftig einem deutlich klarer strukturierten Angebot weichen. Feste Ausstattungspakete, weniger Antriebsvarianten und eine stark verkürzte Aufpreisliste sollen die Konfiguration vereinfachen – ganz im Sinne des neuen Klarheitsprinzips.
Der Antriebsmix bleibt offen – wie in der Formel 1
Döllner sieht kein festes Enddatum für den Verbrenner. Audi setzt weiterhin auf eine Dreifachstrategie: Verbrenner, Plug-in-Hybride und vollelektrische Modelle. Diese Offenheit spiegelt auch die Formel-1-Regeln ab 2026 wider, die Hybridantriebe und CO₂-neutrale Kraftstoffe vorschreiben. Technologien aus dem Motorsport sollen langfristig in die Serie einfließen – ähnlich wie früher bei Quattro oder Leichtbau.
Audi-Modellneuheiten: Von Kompakt bis Luxusklasse
Nach Verzögerungen gewinnt die Produktplanung wieder deutlich Tempo:
Einstiegssegment: Elektro-Ableger des Q2 oder ein neuer A3 e-tron – eventuell beide.
Mittelklasse: Ein emotionales RS-Modell des neuen A5 mit V6-Hybrid sowie ein vollelektrischer A4 parallel zum Verbrenner.
Oberhalb der Mittelklasse: RS-Varianten des A6 als Verbrenner und E-Auto sowie der RS Q6 e-tron.
Oberklasse-SUVs: Der neue Q7-Nachfolger und der komplett neue Q9 – speziell für USA und China entwickelt.
Das Sorgenkind: Audi A8
Der aktuelle A8 geht 2026 nach neun Jahren Laufzeit außer Dienst. Eine neue Elektro-Plattform – gemeinsam mit Porsche geplant – wurde auf unbestimmte Zeit gestoppt. Damit fehlt Audi derzeit die technische Basis für ein neues Flaggschiff. Vor 2030 ist eine Neuauflage kaum realistisch.
Das Formel-1-Projekt: Deutschlands einziges F1-Entwicklungszentrum
Der technologische Kern des Audi-Programms liegt in Neuburg an der Donau. Dort entsteht der komplette Formel-1-Antrieb: ein Hybridmotor aus 1,6-Liter-V6-Turbo und einer leistungsstarken E-Einheit, die rund 50 Prozent der Systemleistung übernimmt. Mit 22 Prüfständen, einem neuen 3.000-Quadratmeter-Gebäude und über 300 Mitarbeitern ist Neuburg ein zentraler Beweis für Audis Aufbruchsstimmung. Da Testfahrten erst 2026 erlaubt sind, erfolgt die gesamte Entwicklung bislang im Simulator und auf Prüfständen.
Starke Partner für den Erfolg
Audi hat das Sauber-Team vollständig übernommen und sich organisatorisch durch ein Technikzentrum in Bicester (England) Zugang zum Motorsport Valley gesichert. Mit Mattia Binotto (Ex-Ferrari) und Jonathan Wheatley (18 Jahre Red Bull) verfügt das Projekt über eine erfahrene Führungscrew.
Motorsport als Markenbotschaft
Bei der Präsentation zeigte Audi nicht nur das R26 Concept, sondern auch ikonische Rennwagen aus Tourenwagen-, Langstrecken- und Rallye-Wettbewerben – inklusive Legenden wie Stig Blomqvist, Hans-Joachim Stuck und Tom Kristensen. Die Botschaft von CEO Döllner ist klar:
Audi tritt nicht an, um teilzunehmen. Audi tritt an, um zu gewinnen.
FAQ – Audi und die Formel 1
Wann steigt Audi offiziell in die Formel 1 ein?
Der Rennstart erfolgt im März 2026 beim Großen Preis von Australien in Melbourne.
Welche Rolle spielt das R26 Concept?
Es zeigt das neue Audi-Design für die Formel 1 und dient als Vorlage für den gesamten Markenauftritt zukünftiger Serienmodelle.
Warum vereinfacht Audi seine Modellpalette?
Um komplexe Konfigurationen zu reduzieren und Kunden durch klare Ausstattungspakete und weniger Varianten den Kauf zu erleichtern.
Wie sieht die neue Antriebsstrategie aus?
Audi setzt weiterhin auf Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge – in Anlehnung an die Hybridstrategie der Formel 1 ab 2026.
Wo entwickelt Audi den Formel-1-Antrieb?
In Neuburg an der Donau – dem einzigen aktiven F1-Entwicklungszentrum in Deutschland.