30 Jahre Mercedes-Benz SLK: Die Legende des Roadsters mit dem Variodach

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Der Mercedes-Benz SLK (Baureihe R 170) feiert 2026 sein 30-jähriges Jubiläum und markiert damit den offiziellen Status als Oldtimer mit Anspruch auf ein H-Kennzeichen. Bei seiner Weltpremiere 1996 in Turin revolutionierte der kompakte Roadster den Markt als erstes Großserienfahrzeug mit einem elektrohydraulischen Stahl-Klappdach, dem sogenannten Variodach. Mit insgesamt 311.222 produzierten Einheiten in der ersten Generation übertraf der SLK Konkurrenten wie den BMW Z3 oder Audi TT deutlich und löste einen weltweiten Boom für Coupé-Cabriolets aus. Dank seiner zuverlässigen Technik und dem zeitlosen Design von Bruno Sacco gilt der SLK heute als einer der gefragtesten Youngtimer unter den Frischluft-Klassikern.

SP-X/Köln. Zwei Autos in einem – als elegantes Coupé und rassiges Cabriolet – diese Idee setzte zuerst Peugeot um. Die Eclipse-Modelle 301 bis 601 avancierten in den 1930ern zum dernier cri der Pariser Schickeria. Aber den eigentlichen Hype um die Coupé-Cabrios zündete vor 30 Jahren ausgerechnet die konservative Marke Mercedes-Benz: Der kompakte Roadster SLK (Baureihe R 170) begeisterte sogar die jugendlichen Millennials, die sonst von sportlichen BMW oder Alfa träumten.

Knallgelber Knüller – Der Mercedes SLK revolutionierte 1996 den Roadstermarkt durch ein versenkbares Metallklappdach. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Knallgelber Knüller – Der Mercedes SLK revolutionierte 1996 den Roadstermarkt durch ein versenkbares Metallklappdach. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Das Variodach stellt alle in den Schatten

Der Mercedes SLK war eine Sensation, in gediegenem Silbergrau und Blau stahl der in angedeuteter Keilform gezeichnete Verwandlungskünstler auf dem Turiner Salon 1996 jedem Ferrari die Show. Nur er faltete ein „Variodach“ aus Stahl auf Knopfdruck elektrohydraulisch zusammen, in 25 Sekunden verschwand es komplett im Kofferraum und gab den Blick zum Himmel frei. Welch ein Spektakel – ein solches Klapp-Ballett beherrschte bis dahin kein Serienauto, auch der Ford Skyliner aus den 1950er Jahren konnte sein gigantisches Metalldach nur ungefaltet im Gepäckabteil verstauen.

Als Mercedes cool wurde – Die zweite SLK-Studie wurde im Herbst 1994 beim Pariser Salon präsentiert, jetzt mit dem faltbaren Variodach aus Stahl. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Als Mercedes cool wurde – Die zweite SLK-Studie wurde im Herbst 1994 beim Pariser Salon präsentiert, jetzt mit dem faltbaren Variodach aus Stahl. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Der Mercedes SLK avancierte zum Trendsetter

Während BMW mit dem Z3 im Jahr 1996 die Idee des klassischen Stoffdach-Sportwagens in die Moderne führte und damit dem Vorbild des Mazda MX-5 folgte und Porsche mit dem Boxster einen Mittelmotor-Sechszylinder im Stil früherer Zuffenhausener Racer auflegte, wagte Mercedes mit dem SLK etwas noch nie Dagewesenes – und wurde belohnt. Noch bevor die ersten in der grellen Launch-Farbe Yellowstone-Gelb lackierten SLK im Straßenverkehr für Aufsehen sorgten, gab es lange Lieferzeiten: Der SLK avancierte zum Trendsetter.

Freche Farbe für einen Shootingstar – Der Mercedes-Benz SLK kam 1996 in der auffälligen Kommunikationsfarbe Yellowstone-Gelb in den Handel. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Freche Farbe für einen Shootingstar – Der Mercedes-Benz SLK kam 1996 in der auffälligen Kommunikationsfarbe Yellowstone-Gelb in den Handel. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Mercedes 190 SL

Schon einmal hatte Mercedes einen Vierzylinder-Roadster unterhalb des hochpreisigen, großen SL-Spitzenmodells positioniert: Vom nur 4,22 Meter langen 190 SL wurden ab 1955 über 25.000 Einheiten verkauft, optional gab es sogar ein Hardtop für den Ganzjahreseinsatz des komfortbetonten Zweisitzers.

In den Verkaufszahlen fuhr der erste Mercedes-Benz SLK allen direkten Konkurrenten davon. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
In den Verkaufszahlen fuhr der erste Mercedes-Benz SLK allen direkten Konkurrenten davon. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Chefdesigner Bruno Sacco

Konsequenter auf Sportlichkeit und kurze Überhänge vorn wie hinten sowie kurze Abmessungen getrimmt war der knapp vier Meter messende SLK, der zuerst 1994 als Concept Car eine zweigeteilte Premiere feierte. Im Frühjahr wurde auf dem Turiner Salon der schon seriennahe Roadster gezeigt, aber noch ohne Dachkonstruktion. Ein halbes Jahr später sorgte eine zweite SLK-Studie auf dem Design-Catwalk des Pariser Salons für Furore, nun mit elektrohydraulischem, mehrteiligem Klappdach. „Ein Design, das sich ausschließlich am Heute, an der aktuellen Moderne orientiert, ist kein Mercedes-Design“, erklärte der damalige Chefdesigner Bruno Sacco mit Blick auf diese formal völlig eigenständig und progressiv auftretende erste SLK-Studie, die sich gleichwohl in Details wie dem Überrollschutz hinter den Sitzen historische Reminiszenzen an den legendären Mercedes 300 SLR von 1955 erlaubte.

Größer und stärker – Die zweite Generation des kompakten Roadsters mit Variodach aus Stahl wurde auf dem Genfer Salon 2004 vorgestellt. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Größer und stärker – Die zweite Generation des kompakten Roadsters mit Variodach aus Stahl wurde auf dem Genfer Salon 2004 vorgestellt. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

„Bitte so bauen“, riefen Frischluftfans und Fachmedien

Das SLK-Designkonzept überstrahlte alles, nicht einmal der ebenfalls 1994 vorgestellte Alfa GTV Spider (Tipo 916) in Pininfarina-Couture konnte dem Mercedes Paroli bieten. „Bitte so bauen“, riefen Frischluftfans und Fachmedien, und Mercedes realisierte in nur zwei Jahren ein Serienmodell, das im Werk Bremen in einer spektakulär großen Auflage vom Band rollen sollte. Audi hatte damals bereits seinen offenen TT als Concept gezeigt, Porsche den Boxster avisiert, der BMW Z3 kam zur Auslieferung und dann gab es noch Newcomer wie Alfa Spider, Fiat Barchetta, MGF, Lotus Elise und natürlich den Altmeister Mazda MX-5. Konnte der keineswegs billige SLK auf diesem übervollen Spielfeld punkten? Tatsächlich: So wie 1996 die deutsche Elf unter Berti Vogts in einem denkwürdigen Finale gegen Tschechien mit dem ersten Golden Goal der Geschichte die Fußball-Europameisterschaft gewann, erwies sich der Mercedes SLK als begehrtester Endorphin-Booster unter den Frischluftstürmern.

Schnell genug für die Formel 1 – Der Mercedes SLK 55 AMG fungierte 2004 als Safety Car, das Mercdes C 55 AMG T-Modell als Medical Car. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Schnell genug für die Formel 1 – Der Mercedes SLK 55 AMG fungierte 2004 als Safety Car, das Mercdes C 55 AMG T-Modell als Medical Car. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Noch vor der offiziellen Markteinführung des Mini-SL waren die ersten beiden Jahresproduktionen ausverkauft

Junge gebrauchte SLK kosteten zeitweise mehr als Neuwagen, und als 2004 die zweite SLK-Generation (R 171) antrat, konnte Mercedes 311.222 gebaute Fahrzeuge der ersten SLK-Auflage (R 170) vermelden. Diese Zahl toppte alles: Von der billigen Barchetta verkaufte Fiat nur 57.000 Zweisitzer, Alfa kam auf rund 40.000 Spider, und nicht einmal der begehrte BMW Z3 knackte die 300.000-Marke. Der erschwingliche Mazda MX-5 brachte es zwar zum meistgebauten offenen Zweisitzer aller Zeiten, in Deutschland aber hatte der SLK die Nase vorn in den Zulassungszahlen.

Furioser Auftakt – Der Formel-1-Fahrer und spätere Weltmeister Nico Rosberg präsentierte 2011 die dritte Generation des Mercedes SLK. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Furioser Auftakt – Der Formel-1-Fahrer und spätere Weltmeister Nico Rosberg präsentierte 2011 die dritte Generation des Mercedes SLK. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Das Klappdach-Fieber wurde entfacht

Damit nicht genug. Der Mercedes SLK war es, der das Klappdach-Fieber entfachte. Ab der Jahrtausendwende wollten alle Sonnenstürmer mit den Vorteilen des festen Dachs Erfolge ernten. Vom winzigen Daihatsu Copen über den kleinen 2+2-sitzigen Peugeot 206 CC bis zu den familienfreundlichen Typen Renault Mégane CC, Volkswagen Eos, Volvo C70 und dem Mercedes-Benz SL (R 231, ab 2001) warben sie mit der uneingeschränkten Wintertauglichkeit des Coupédachs, mehr Sicherheit bei Überschlägen, Geräuschkomfort und dem Schutz vor kriminellen Verdeckschlitzern.

Blick zum Himmel durchs Dach – In dritter Generation überraschte der SLK mit einem optionalen Panorama-Variodach. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Blick zum Himmel durchs Dach – In dritter Generation überraschte der SLK mit einem optionalen Panorama-Variodach. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Der SLK-Kofferraum: Gerade gross genug fürs kleine Handgepäck

Aber nichts gibt es ohne Nachteile: So schrumpfte der erste SLK-Kofferraum bei geöffnetem Hardtop auf 145 Liter, gerade genug für kleines Handgepäck. Mercedes empfahl der SLK-Besatzung deshalb die Reise ans Urlaubsziel mit geschlossenem Dach (348 Liter). Auch Cabriofans im mediterranen Raum oder in Kalifornien suchen in den heißen Sommermonaten gerne Schatten unter dem geschlossenen Dach, aber nur ein Textilverdeck verrät auf den ersten Blick das gegenüber dem Coupé noch exklusivere Cabrio. So endete der faszinierende Stahl-Klappdach-Boom Mitte der 2010er Jahre, plötzlich verlangte die Mode wieder Textil, zugleich schrumpfte der Cabriolet-Absatz insgesamt. Wie seine Konkurrenten kam der Mercedes SLK nun ans Ende seiner Reise, die immerhin drei Generationen hervorbrachte – bemerkenswert sichere und zuverlässige Zweisitzer mit Stern, die heute als Young- und frischer Oldtimer (mit H-Kennzeichen) sehr gesucht sind.

Neuer Name fürs Facelift, aber keine Fortune – Im Jahr 2016 mutierte der Mercedes-Benz SLK zum SLC, bevor er 2019 ersatzlos eingestellt wurde. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Neuer Name fürs Facelift, aber keine Fortune – Im Jahr 2016 mutierte der Mercedes-Benz SLK zum SLC, bevor er 2019 ersatzlos eingestellt wurde. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

SLK – das Kürzel steht für „Sportlich, Leicht, Kurz“

In erster Generation genügten dem trotz Metalldach 1.270 Kilo leichten SLK – das Kürzel steht für „Sportlich, Leicht, Kurz“ – noch harmlose Vierzylinder-Motoren mit 100 kW/136 PS bis 142 kW/193 PS und ein 160 kW/218 PS kräftiger V6 fürs Fahrvergnügen. Die zweite Auflage des Roadsters (R 171) startete 2004 mit größerer Karosserie und damals einzigartigem, in den Sitzlehnen untergebrachten Heizsystem Airscarf, mit dem wärmende Luft an Nacken und Kopf der Passagiere strömte. Als erster Roadster in seinem Segment bot der R 171 als SLK 55 AMG einen V8-Motor, dies mit starken 265 kW/360 PS. Noch furioser fuhr 2011 die dritte Generation des SLK (R 172) vor, die als AMG 55 einem 5,5-Liter-V8 310 kW/422 PS entlockte, aber alternativ als neuer 250 CDI Diesel einen Normverbrauch von nur gut vier Litern auswies. 2016 mutierte der SLK nach insgesamt 670.000 Einheiten zum Mercedes SLC, ein R-172-Facelift, das die technische Nähe zur C-Klasse betonte. Es war ein Schwanengesang: Das Roadstersegment verlor an Faszination, Klappdächer kamen aus der Mode und der SLC verabschiedete sich schon 2019 mit einer sonnengelben Final Edition.

Kleiner, bezahlbarer und begehrter als der Supersportler Mercedes SL – Der 190 SL von 1955 und die drei Generationen des Mercedes SLK. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive
Kleiner, bezahlbarer und begehrter als der Supersportler Mercedes SL – Der 190 SL von 1955 und die drei Generationen des Mercedes SLK. Foto: Mercedes-Benz Classic Archive

Chronik Mercedes SLK:

1932: Der französische Ingenieur und Zahnarzt Georges Paulin lässt den Klappmechanismus für ein versenkbares Coupé-Dach patentieren
1934: Peugeot präsentiert das Modell 301 Eclipse mit versenkbarem Hardtop und lanciert in der Folge mit den Modellen 401 Eclipse, 402 Eclipse und 601 Eclipse die ersten Serien-Cabriolets mit versenkbarem Hardtop
1957: Ford führt mit dem Fairlane 500 Skyliner ein großes Coupé mit versenkbarem, einteiligem Dach ein
1994: Auf dem Automobilsalon in Turin feiert der Mercedes SLK (R 170) als Studie Premiere. Mercedes-Chefdesigner Bruno Sacco realisierte mit dem SLK seine Idee eines kleinen Roadsters, des bis dahin kürzesten zweitürigen Mercedes aller Zeiten. Im Oktober steht auf dem Pariser Automobilsalon ein weiterentwickeltes SLK-Concept, das bereits mit „Vario-Dach“ ausgerüstet ist. Dieses Stahl-Klappdach ist via Elektro-Hydraulik in 25 Sekunden im Kofferraum versenkbar. Auch Audi strebt die Höherpositionierung der Marke durch einen Roadster an. Dazu gestaltet der amerikanische Designer Freeman Thomas unter dem damaligen Designchef Peter Schreyer und unter dem Audi-Entwicklungschef Prof. Dr. Ulrich Hackenberg einen Audi Roadster und ein Coupé in provozierenden Formen, aus denen der Audi TT hervorgeht
1995: Audi präsentiert im September auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt die Sportwagenstudie des Audi TT Coupé. Im Oktober folgt auf der Tokyo Motor Show die TT-Roadster-Studie mit dem Namen TTS. BMW präsentiert Ende des Jahres den Z3 als ersten bezahlbaren Roadster im wieder beliebten Segment oben offener Zweisitzer. Bis 2002 laufen 179.273 BMW Z3 Roadster und 17.815 Z3 Coupés im amerikanischen BMW-Werk vom Band
1996: Auf dem Turiner Autosalon im April feiert der Mercedes-Benz SLK in Serienform seine Weltpremiere, der Marktstart ist im Herbst 1996. „SLK“ steht laut Mercedes-Benz für „sportlich“, „leicht“ und „kurz“. Als neues Sicherheitssystem im Roadstersegment gibt es eine elektronische Kindersitz-Erkennung im Beifahrersitz. Der SLK wird als erstes Mercedes-Benz-Pkw-Modell ohne Ersatzrad ausgeliefert, das Reifendichtmittel Tirefit soll die Fahrt in die Werkstatt sicherstellen. In Deutschland ist der SLK mit zwei Motorisierungsvarianten erhältlich; als SLK 200 mit einem 100 kW/136 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder-Aggregat und alternativ als SLK 230 Kompressor mit 142 kW/193 PS kräftigem 2,3-Liter-Vierzylinder. Auf einigen Exportmärkten (Italien, Portugal und Griechenland) kommt eine 2,0-Liter-Variante des Kompressormotors zum Einsatz, dies mit 141 kW/191 PS Leistung. Der SLK wird wie die SL-Reihe im Mercedes-Werk Bremen gebaut, dessen Kapazität erweitert wird. Trotzdem kommt es zu langen Lieferzeiten
1998: Die Serienproduktion des Audi TT Coupé (Typ 8N) läuft an, gefolgt ein Jahr später vom Audi TT Roadster; bis 2006 werden 276.560 Einheiten (davon 91.3987 Roadster) gebaut. Der Kleinwagen Peugeot 206 CC führt den Begriff Coupé-Cabriolet ein und revitalisiert endgültig das Segment der zwei- bis viersitzigen Cabrios mit Klappdach. In der Folge starten u.a. Mercedes-Benz SL (R 231, ab 2001), Lexus SC 430/Toyota Soarer (ab 2001), Daihatsu Copen (ab 2002), Peugeot 307 CC (ab 2003), Renault Mégane CC (ab 2003), Opel Tigra TwinTop (ab 2004), Cadillac XLR (ab 2004), Pontiac G6 (ab 2004), Nissan Micra CC (ab 2005), Mitsubishi Colt CZC (ab 2006), VW Eos (ab 2006), Opel Astra TwinTop (ab 2006), Volvo C70 (ab 2006), Ford Focus Coupé-Cabriolet (ab 2007), Peugeot 207 CC (ab 2007) oder Renault Wind (ab 2010)
2000: Ab Frühjahr startet der SLK in modellgepflegter Form. Neu sind das serienmäßige ESP und ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Beim neuen Spitzenmodell SLK 320 leistet der V6 160 kW/218 PS und ein maximales Drehmoment von 310 Nm. Von null auf 100 km/h beschleunigt der V6-Roadster in 7,0 Sekunden, und er erreicht eine Vmax von 245 km/h. Zu den Designmodifikationen des Roadsters zählen neu gestaltete Front- und Heckstoßfänger mit integrierten Spoilerkanten sowie neu geformte seitliche Schweller
2002: Der BMW Z4 kommt im Oktober 2002 als Nachfolger des Z3 auf den amerikanischen Markt und wird im März 2003 in Deutschland eingeführt. Insgesamt werden bis August 2008 197.950 Einheiten gebaut, ehe im Folgejahr die nächste Z4-Geneneration übernimmt.
2004: Mit einer Gesamtstückzahl von 311.222 Fahrzeugen leitete der erste SLK eine Erfolgsgeschichte ein, die vom Nachfolger R 171 fortgesetzt wird. Zum meistgebauten Modell der ersten Baureihe R 170 wurde der SLK 230 Kompressor mit 113.520 Einheiten. Die zweite Generation des Roadsters (R 171) feiert auf dem Genfer Automobilsalon im März 2004 Weltpremiere, dies mit leistungsstärkeren Motoren und neu entwickeltem Fahrwerk. Die Karosserie ist 7,2 Zentimeter länger und 6,5 Zentimeter breiter und bietet mehr Platz für die Passagiere als der Vorgänger. Technisch neu und damals einzigartig ist das in den Sitzlehnen untergebrachte Heizsystem Airscarf, das aus speziellen Belüftungsöffnungen in den Kopfstützen während der Fahrt wärmende Luft an Nacken, Hals und Kopf der Passagiere strömen lässt wie ein unsichtbarer Schal. Als erster Roadster in seinem Segment bietet der zweite SLK als SLK 55 AMG einen Achtzylindermotor, dies mit 265 kW/360 PS und 510 Nm Drehmoment für einen 0-100-km/h-Sprint in 4,9 Sekunden. Der SLK 350 erstarkt mit neuem Sechszylinder auf 200 kW/272 PS und 350 Nm Drehmoment. Auch der 120 kW/163 PS starke Motor des SLK 200 Kompressor debütiert mit der Baureihe R 171
2006: Die zweite Audi-TT-Generation (Typ 8J) wird als Coupé und ein Jahr später als Roadster vorgestellt, bis 2014 werden davon 235.739 Einheiten (52.152 Roadster) gefertigt
2008: Die zweite SLK-Generation (R 171) erhält eine umfassende Modellpflege, erkennbar am neu gestalteten Front- und Heckdesign sowie am modifizierten Cockpit mit neuem Dreispeichen-Sportlenkrad. Der SLK 350 punktet nun einem V6 mit Hochdrehzahlkonzept und 224 kW/305 PS. Alle Motoren zeichnen sich durch niedrigere Normverbrauchswerte aus
2011: Die dritte Generation des SLK, die Baureihe R 172, wird im Januar vorgestellt und im März in Deutschland eingeführt. Erstmals ist der SLK als 250 CDI mit Dieselmotor zu haben. Dank neuem Start-Stopp-System sind alle Motoren effizienter.
Zum Marktstart stehen drei Benzin-Direkteinspritzer zur Wahl, dies als 1,8 Liter großer Vierzylinder im SLK 200 (135 kW/184 PS) und im SLK 250 (150 kW/204 PS). Der SLK 350 leistet 225 kW/306 PS aus 3,5 Litern Hubraum. Auf der IAA in Frankfurt debütiert eine AMG-Version (AMG 55 mit 310 kW/422 PS aus einem 5,5-Liter-V8) und der SLK 250 CDI mit 2,1 Liter großem Vierzylinder-Diesel. Als technische Innovation weist Mercedes im SLK das optionale Panorama-Variodach mit „Magic Sky Control“ aus; dabei färbt sich das transparente Glasdach per Tastendruck von hell auf dunkel. Neu im SLK ist außerdem das „Intelligent Light System“ mit verschiedenen Lichtfunktionen
2012: Marktstart für den Mercedes-Benz SLK 250 CDI mit Dieselmotor. In diesem Jahr werden 31.809 Mercedes SLK ausgeliefert, ein sehr guter Wert im rückläufigen Roadstersegment
2015: Mit etwas über 35.000 gebauten Exemplaren erlebt die dritte Generation des Audi TT ihr bestes Produktionsjahr
2016: Nach 670.000 verkauften Einheiten gibt es im April eine letzte große Modellpflege für den Mercedes SLK (R 172), der künftig unter der Bezeichnung SLC vertrieben wird, um die technische Nähe zur C-Klasse zu betonen. Neu sind das sportliche Topmodell Mercedes-AMG SLC 43 (270 kW/367 PS aus einem 3,0-Liter-Biturbo-V6) und die Einstiegsvariante SLC 180 mit 115 kW/156 PS Leistung, die einen NEFZ-Verbrauch von nur 5,6 l/100 km ausweist. Außerdem gibt es den SLC 200 mit 135 kW/184 PS und den SLC 300 mit 180 kW/245 PS Leistung, beide nutzen dafür einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner. Effizienz-Champion ist weiterhin das 150 kW/204 PS starke Dieselmodell SLC 250 d, nun mit einem NEFZ-Verbrauch von nur 4,4 l/100 km. Optisch fällt der SLC durch den neuen „Diamantgrill“ auf. SLC 250 d, SLC 300 und SLC 43 verfügen serienmäßig über die Wandlerautomatik 9G-Tronic, für den SLC 180 und für den SLC 200 ist sie gegen Aufpreis verfügbar
2017: Der SLK findet sich in allen Alterklassen wieder auf den Top-Platzierungen im „TÜV-Report“. Der Dieselmotor im SLC-Modellprogramm entfällt im August
2019: Audi teilt mit, dass der Audi TT im Rahmen einer Neuausrichtung der Marke eingestellt wird, allerdings verzögert sich das Produktionsende bis 2023. Tschüs Klappdach heißt es dagegen schon 2019 bei Mercedes-Benz. Der SLC läuft ersatzlos aus, anders als der SL, der einen Nachfolger mit Stoffverdeck erhält. Zum Abschluss stehen auf dem Genfer Autosalon 2019 zwei limitierte Editionen, der SLC Final Edition und der SL Grand Edition. Weil der SLK seine Karriere in der Kommunikationsfarbe Yellowstone-Gelb begann, ist die SLC Final Edition in Sonnengelb erhältlich
2020: AutoScout 24 recherchiert die beliebtesten gebrauchten Cabrios unter 15.000 Euro, das populärste Modell ist der Mercedes-Benz SLK 200, gefolgt vom Mazda MX-5
2023: Audi schickt den TT in den Ruhestand, nun bleibt der Mazda MX-5 allein im Segment der kompakten Roadster
2026: Der Mercedes SLK wird 30 und zählt damit zu den Kandidaten für ein H-Kennzeichen. Das SLK-Jubiläum wird von Mercedes-Benz und der Community gefeiert, etwa auf der Bremen Classic Motorshow

Häufig gestellte Fragen zum Mercedes-Benz SLK

Wofür steht die Abkürzung SLK?

Die Abkürzung SLK steht laut Mercedes-Benz für „sportlich, leicht und kurz“. Dieses Konzept definierte den kompakten Roadster, der deutlich kleiner und agiler als die größere SL-Klasse positioniert wurde.

Was war das Besondere am Dach des Mercedes SLK?

Der SLK war der erste moderne Serien-Roadster mit einem sogenannten Variodach. Dabei handelt es sich um ein elektrohydraulisches Stahl-Klappdach, das sich in nur 25 Sekunden per Knopfdruck vollständig im Kofferraum versenken lässt und so Coupé-Komfort mit Cabrio-Feeling verbindet.

Ab wann bekommt der Mercedes SLK ein H-Kennzeichen?

Die ersten Modelle des SLK (Baureihe R 170) wurden im Jahr 1996 ausgeliefert. Somit erreichen die ersten Fahrzeuge im Jahr 2026 das für Oldtimer erforderliche Alter von 30 Jahren und sind damit für ein H-Kennzeichen qualifiziert.

Wie viele Generationen des Mercedes SLK gab es?

Insgesamt wurden drei Generationen des SLK gebaut (R 170, R 171 und R 172). Nach insgesamt rund 670.000 Einheiten erfolgte 2016 die Umbenennung in SLC, bevor die Produktion der Modellreihe im Jahr 2019 endgültig eingestellt wurde.